Aamodt feiert vierten Olympiasieg und holt Super-G Gold

„Der Elch“ hat es am Samstag allen gezeigt. Kjetil-Andre Aamodt hat wie vor vier Jahren die Goldmedaille im alpinen Super-G gewonnen. Der Norweger hat zum dritten Mal nach 1992 und 2002 Olympia-Gold in der Disziplin SUPER G gewonnen. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier zu gewinnen. Ich bin die Kombination nicht gefahren, vielleicht war das Glück. Wenn man hart arbeitet, kommt immer etwas zurück. Bei Großereignissen ist es immer sehr gut für mich gelaufen“, sagte der 34-jährige Aamodt, der sich am Sonntag in der Spezialabfahrt am Knie verletzt hatte und die Titelverteidigung in der Kombination nicht in Angriff nehmen konnte. Aamodt setzte sich in 1:30,65 Minuten mit 13 Hundertstelsekunden vor Nagano-Sieger Hermann Maier aus Österreich durch. Der Flachauer Maier sprach davon, Gold verloren zu haben. „Es ging besser als am Sonntag. Es war nicht schlecht, aber ich habe Gold verloren. Ich bin wirklich nicht gut gefahren. Oben war die Piste sehr unruhig, in der Mitte war es so langsam, da hätte ich Zeitung lesen können. Ich bin erst unten in Schwung gekommen, da bin ich ins Rennen hineingekommen. Es wäre mehr möglich gewesen, ich bin aber mit Silber nicht unzufrieden.“ An der Vorbereitung sollte es nicht gelegen haben. In den letzten Tagen hatte er in Hinterreit (AUT) unter der Ägide seines Trainer Andi Evers trainiert. Und Evers war in Sestriere auch der Kurssetzer des olympischen Super-G. Weitere 20 Hundertstel zurück lag Bronze-Gewinner Ambrosi Hoffmann aus der Schweiz. "Als Aamodt mit 33 Hundertsteln Vorsprung vor mir die Führung übernahm, habe ich befürchtet, dass es nochmals eng werden wird. Als dann aber Rahlves mit der 29 im Ziel und ich immer noch Zweiter war, fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen", schilderte der Schweizer die bangen Momente. Die Bronzemedaille darf der bald 29-Jährige auch als Entschädigung für die WM 2003 sehen. In St. Moritz war er im Super-G Vierter geworden und hatte die Silbermedaille um nur vier Hundertstel verpasst. Grossanlässe sind nach wie vor die Sache des Kjetil André Aamodt - auch im hohen Rennfahrer-Alter von 34 Jahren. Das Phänomen aus dem hohen Norden sicherte sich mit dem vierten Olympiasieg seine 20. Medaille bei Titelkämpfen. Aamodt ist mit seinen vier Goldmedaillen erfolgreichster alpiner Athlet bei Olympischen Winterspielen. Im Lager der Österreicher war man trotz der Silbermedaille von Hermann Maier etwas enttäuscht: Hannes Reichelt wurde nur Zehnter (+0,74), Christoph Gruber belegt Rang 18 (+1,35) und Benjamin Raich musste sich mit Platz 20 (+1,40) begnügen. Für den Super-G waren zwei Anläufe notwendig. Der erste Versuch wurde nach Bruno Kernen mit der Startnummer 17 abgebrochen, nachdem der immer stärker einsetzende Schneefall für irreguläre Bedingungen gesorgt hatte. Die Top 10 Rennläufer beim Olympia Super G 2006: 1. Kjetil André Aamodt (NOR) 1:30,65. 2. Hermann Maier (AUT) 0,13 zurück. 3. Ambrosi Hoffmann (SUI) 0,33. 4. Erik Guay (CAN) 0,43. 5. Aksel Lund Svindal (NOR) 0,45. 6. Marco Büchel (LIC) 0,57. 7. Scott Macartney (USA) 0,58. 8. François Bourque (CAN) 0,62. 9. Daron Rahlves (USA) 0,72. 10. Hannes Reichelt (AUT) 0,74.


"Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich habe nicht daran gedacht"


"Es war nicht schlecht, aber ich habe Gold verloren."


"Habe befürchtet, dass es nochmals eng werden wird."


Erik Guay fehlten 10 Hundertstel Sekunden zur Medaille


Aksel Lund Svindal fehlten 12 Hundertstel Sekunden zur Medaille

Pos. Startnr. Nation Läufer/in Zeit
1 25 NOR Kjetil Andre Aamodt 1:30.65
2 30 AUT Hermann Maier +0.13
3 22 SUI Ambrosi Hoffmann +0.33
4 27 CAN Erik Guay +0.43
5 28 NOR Aksel Lund Svindal +0.45
6 19 LIE Marco Büchel +0.57
7 15 USA Scott MacCartney +0.58
8 16 CAN Francois Bourque +0.62
9 29 USA Daron Rahlves +0.72
10 26 AUT Hannes Reichelt +0.74
11 9 FRA Antoine Deneriaz +0.84
12 12 SUI Didier Cuche +0.85
13 18 ITA Peter Fill +0.89
14 14 NOR Lasse Kjus +1.14
15 33 SLO Andrej Sporn +1.19
16 20 SUI Didier Defago +1.25
17 11 ITA Patrick Staudacher +1.26
18 17 SUI Bruno Kernen +1.30
19 21 AUT Christoph Gruber +1.35
20 3 CAN Manuel Osborne +1.37
21 24 AUT Benjamin Raich +1.40
22 4 GBR Finlay Mickel +1.45
  7 CAN John Kucera +1.45
24 13 SWE Patrick Järbyn +1.56
  2 FRA Yannick Bertrand +1.56
26 10 NOR Bjarne Solbakken +2.25
27 46 RUS Konstantin Sats +2.49
28 37 SLO Andrej Jerman +2.55
29 40 RUS Pavel Chestakov +2.83
  31 ITA Massimiliano Blardone +2.83
31 35 CRO Ivica Kostelic +2.88
32 32 CZE Petr Zahrobsky +3.05
33 47 SLO Ales Gorza +3.12
34 39 CZE Krystof Kryzl +3.55
35 38 CRO Natko Zrncic-Dim +3.84
36 43 CRO Ivan Ratkic +4.12
37 36 GBR Roger Cruickshank +4.22
38 41 CZE Martin Vrablik +4.25
39 1 FRA Gauthier De Tessieres +4.29
40 52 RUS Alexandr Horoshilov +4.86
  57 SVK Jaroslav Babusiak +4.86
42 45 RUS Anton Konovalov +5.07
43 8 USA Steven Nyman +5.57
44 54 CHI Duncan Grob +5.59
45 53 POL Michal Kalwa +5.60
46 44 SVK Ivan Heimschild +5.93
47 48 CHI Maui Gayme +6.20
48 59 MON Olivier Jenot +6.38
49 55 CRO Ivan Olivari +6.78
50 58 RSA Alexander Heath +7.12
51 60 ??? Andrei Drygin +7.20
52 51 LAT Ivars Ciaguns +7.53
53 56 UKR Nikolay Skriabin +8.21
54 50 CHI Mikael Gayme +9.03
55 63 SEN Leyti Seck +12.22
56 62 ALB Erjon Tola +13.62

AUSFÄLLE BEIM OLYMPIA SUPER G 2006

Startnr. Nation Läufer/in Grund
6 FRA Pierre-Emmanuel Dalcin Torfehler
5 AUS AJ Bear Sturz
34 LIE Claudio Sprecher Torfehler
23 USA Bode Miller Torfehler
42 CZE Ondrej Bank Torfehler
49 AND Alex Antor Sturz
61 BRA Nikolai Hentsch Torfehler

SUPER G der Herren hat Vorrang vor Damen Kombi

Nach 17 Läufern musste am Samstag der olympische Super-G der Herren in Sestriere abgebrochen werden. Starker Schneefall und schlechte Sicht machten eine reguläre Austragung unmöglich. Das Rennen soll um 14.45 Uhr mit der Startnummer 1 neu gestartet werden.

Paradedisziplin der Österreicher

Auch beim Super-G der Herren am Samstag sollte Österreich bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitzureden zu haben. Schließlich stand seit fast zehn Jahren immer ein ÖSV-Läufer auf dem Podest. Vielleicht klappt es ja sogar mit der ersten Goldmedaille für die österreichischen Herren. Nach Silber in der Abfahrt durch Michael Walchhofer und Bronze in der Kombination durch Rainer Schönfelder steht nun die absolute Paradedisziplin der Österreicher auf dem Programm. Den bis dato letzten Super-G (Weltcup, WM, Olympische Spiele) ohne ÖSV-Fahrer auf dem Podest hatte es vor fast zehn Jahren im März 1996 gegeben. Herren-Chef Toni Giger blickt dem Rennen mit Zuversicht entgegen. "Denn beim Weltcup-Finale 2004 ist uns die Strecke in Sestriere im Super-G viel besser als in der Abfahrt gelegen." Damals hatte es im Super-G einen Vierfacherfolg (Sieger Maier) zu feiern gegeben. Dass Evers den Kurs setzt, sieht natürlich auch Giger gerne: "Klar haben wir den Torabstand besprochen und trainiert. Wir haben vier technisch hervorragende Läufer, da kann man schon etwas schärfere Kurven einbauen." Raich ist am Mittwoch als vierter und letzter Mann ins ÖSV-Aufgebot berufen worden. Die Frage nach dem bitteren Kombi-Out am Dienstag blieb dem Tiroler natürlich nicht erspart. "Sicher war es eine Watsch'n. Aber ich weiß nach wie vor, dass ich gut in Form und locker drauf bin. So oft hat man nicht die Chance auf Olympia-Gold, aber erzwingen und planen lässt sich da gar nichts. Das muss passieren."

Der Blick zurück - 
Der Olympia SUPER G der Herren 2002

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Salt Lake City, 16.02.2002

Kjetil-Andre Aamodt gewinnt SUPER G Goldmedaille
Eberharter wieder "nur" SILBER

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GOLD: Kjetil-Andre Aamodt
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SILBER: Stephan Eberharter

Kjetil-Andre Aamodt gewinnt den Olympia SUPER G und holt sich, nach der Kombination, seine zweite Goldmedaille. Für den Österreicher Stephan Eberharter blieb einmal mehr "nur die Silbermedaille. Die Bronzemedaille geht mit Andreas Schifferer an einen weiteren Österreicher und auch der 4. Platz ist mit Fritz Strobl fest in österreichischer Hand. 3 Österreicher unter den ersten 4 und trotzdem wollte im Zielraum nicht die große Freude bei den Österreichern aufkommen. Auf den Rängen 5 bis 10 folgen: Bjarne Solbakken (NOR -5), Didier Defago (SUI - 6), Christoph Gruber (AUT - 7), Daron Rahlves (USA - 8), Thomas Vonn (USA - 9) und Paul Accola (SUI - 10). Der anspruchsvolle Super G forderte "15 Opfer", darunter z.B. Fredrik Nyberg (SWE), Lasse Kjus (NOR), Didier Cuche (SUI) und Alessandro Fattori (I). Max Rauffer könnte mit seiner Leistung und Platz 22 nicht zufrieden sein. Bei der hohen Ausfallquote wäre heute ein Platz unter den TOP 15 möglich gewesen.

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Bronze: Andreas Schifferer
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Platz 4: Fritz Strobl
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Platz 5: Bjarne Solbakken
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Platz 6: Didier Defago


 



 

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