Überraschungssieg bei der
Damen-Abfahrt von Tarvis. Auf der selektiven Strecke „Pista di Prampero“
feiert die Deutsche Gina Stechert ihren ersten Sieg, wenn auch mit einem
hauchdünnen Vorsprung von einer Hundertstel Sekunde vor der US
Amerikanerin Lindsey Vonn und der Schwedin Anja Pärson (+ 0,39).
Beim ORF Interview konnte Stechert ihr
Glück noch gar nicht fassen: „Es ist super gegangen, ich hab vollen Spaß
gehabt und mich super gefühlt. Ich hab mir bei Lindseys Fahrt nicht
gedacht, dass es sich ausgeht - es ist Wahnsinn.“ Das beste
Weltcup-Ergebnis der 21-jährigen Gina Stechert war bisher ein 4. Platz
bei der Weltcupabfahrt in Lake Louise.
Für eine weitere Überraschung sorgte
die Schweizerin Nadja Kamer, die mit Startnummer 33 noch auf den 4. Rang
vorfuhr und somit die Französin Aurelie Revillet auf den 5. Platz
verdrängte.
Für die zweifache Saisonsiegerin
Dominique Gisin setzte es mit dem siebten Platz eine leise Enttäuschung.
Die Innerschweizerin verlor im Kampf um den Disziplinen-Weltcup
gegenüber Vonn an Boden, verteidigte gegenüber Pärson aber den dritten
Rang.
Renate Götschl wurde als beste
Österreicherin Fünfte und durfte sich über ihr bestes Saison-Ergebnis
freuen. Elisabeth Görgl belegt Platz 11, Andrea Fischbacher fährt auf
Rang 22.
Hinter den beiden Kanadierin Kelly
Vanderbeek und Larisa Yurkiw mußte sich Maria Riesch mit dem 10. Rang
begnügen und verlor damit wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup.
Das letzte
Rennen - WM Abfahrt der Damen in Val d'Isere
Lindsey Vonn holt in der Abfahrt 2.
WM Gold
Die amerikanische Top-Favoritin
Lindsey Vonn ist Abfahrtsweltmeisterin 2009. Sie gewann ihr zweites Gold
nach dem Erfolg im Super-G und wiederholte damit das Double, das vor
zwei Jahren in Are der Schwedin Anja Pärson gelungen war. Vonn ist die
erste US-Abfahrtsweltmeisterin seit Hilary Lindh 1997.
Die 24-Jährige setzte sich auf der
extrem welligen Piste "Rhône-Alpes" in einer Zeit von 1:30,31 Minuten
klar vor der erst 17-jährige Schweizerin Lara Gut (0,52 Sekunden zurück)
die schon in der Super-Kombination Silber gewonnen hatte und der
Italienerin Nadia Fanchini (0,57) durch.
"Heute war das schwierigste Rennen.
Nach meinem Ausfall in der Superkombi war ich ein wenig traurig und habe
viel nachgedacht. Aber ich wollte unbedingt auch diese Goldmedaille
gewinnen. Eigentlich habe ich gedacht, dass Lara in der Abfahrt
unschlagbar ist, aber jetzt bin ich so glücklich", war Vonn nach ihrem
zweiten Triumph gerührt.
Die ÖSV-Damen gingen indes erstmals
bei dieser WM leer aus. Beste Österreicherin wurde Elisabeth Görgl auf
Rang vier (0,93). Andrea Fischbacher landet auf Rang sieben (1,57).
Renate Götschl kommt trotz Zwischenbestzeit mit mehr als vier Sekunden
Rückstand ins Ziel und wurde 24. Anna Fenninger schied aus.
"Ich habe bis zum Schluss auf eine
Medaille gehofft. Aber ich nehme das so in Kauf. Von der Linienführung
her habe ich es sehr gut erwischt. Aber es ist ein schmaler Grat
zwischen Gefühl und Stabilität", nahm Görgl "Blech" durch den
undankbaren vierten Platz im ORF-Interview gefasst zur Kenntnis.
Besonders hart ging Renate Götschl mit
sich selbst ins Gericht: "Das ist eine Riesenenttäuschung. Da kann man
nur mehr ein Loch graben und zuschütten. Ich kann wahrscheinlich doch
nicht mehr Ski fahren. Vier Sekunden ist eine Welt, das ist ja fast die
halbe Strecke", war Götschl fassungslos. "Ich kann nur mehr lachen, denn
eigentlich ist das zum Weinen."
Die Deutsche Maria Riesch belegte nach
Rang acht im Super-G und Rang vier in der Super-Kombination diesmal Rang
zehn. "Ich bin schon enttäuscht, es wäre mehr drin gewesen", sagte die
24 Jahre alte Partenkirchnerin mit Tränen in den Augen. "Wenn man um
eine Medaille mitfahren will, braucht man ein gutes Rennen, aber das
hatte ich nicht", sagte Riesch, die ihre letzte Medaillenchance nun beim
Slalom am 14. Januar hat.
Zu den Geschlagenen zählten auch die
übrigen Schweizerinnen. Fabienne Suter musste sich nach einer
fehlerhaften Fahrt mit einem Rang jenseits der Top 15 begnügen, Nadia
Styger und Dominique Gisin schieden aus. Die zweifache Saisonsiegerin
Gisin war bis zu ihrem Ausfall schnell unterwegs.
Ruiz Castillo
Schnellste beim
Abschlußtraining
in Tarvis
Carolina Ruiz
Castillo
erzielte beim
Abschluss-Training
für die Abfahrt
am Samstag in
Tarvis
überraschend die
schnellste
Trainingszeit.
Hinter der
Spanierin
reihten sich die
US Amerikanerin
Stacey Cook und
Fabienne Suter
aus der Schweiz
ein, die ein
Quartett von
vier
Schweizerinnen
unter den Top
Ten anführte.
Weder Monika
Dumermuth (5.),
noch Martina
Schild (7.) oder
Nadja Kamer
(10.) hatten
sich für die
eben erst
beendeten
Weltmeisterschaften
von Val d'Isère
qualifizieren
könnnen..
Deutlich mehr
Zeit verloren
Nadia Styger
(als 23. mit
1,74 Rückstand)
und die
Abfahrts-WM-Zweite
Lara Gut (als
29. mit 2,21).
Dominique Gisin,
die sich bei der
Weltcup-Première
vor zwei Jahren
auf der Strecke
von Tarvisio das
Kreuzband
gerissen hatte,
legte ihre
Nervosität vom
Vortag beim
ersten
«Comeback» auf
der Pista Di
Prampero ab, wo
der kritische
Sprung von 2007
eingeebnet
worden war. Im
zweiten Training
resultierte für
sie Rang 17.
Die
Vortagesschnellste
Elisabeth Görgl
landete als
beste
Österreicherin
auf Rang sechs.
Renate Götschl
landet als
zweitbeste
Österreicherin
unmittelbar
hinter Lindsey
Vonn auf Rang
13.
Auch Vonn fuhr
im Training wie
so oft
hinterher,
diesmal ist die
Doppelweltmeisterin
aus den USA
wegen ihrer
Daumenverletzung
aber tatsächlich
am relativ
flachen Start
gehandicapt.
"Eine Pause ist
trotz der
Verletzung für
mich kein Thema.
Ich kämpfe um
die große Kugel,
da nimmt so eine
Verletzung in
Kauf", sagte die
24-Jährige, die
mit einer
speziellen
Schiene fahren
muss und mit dem
gewaltigen
Vorsprung von
179 Punkten auf
ihre deutsche
Freundin Maria
Riesch ins
Weltcup-Finish
geht.
Slalom-Weltmeisterin
Maria Riesch
belegte den 19.
Platz. Die 24
Jahre alte
Skirennfahrerin
aus
Partenkirchen
hatte 1,59
Sekunden
Rückstand auf
die Spanierin.
Michaela
Kirchgasser, die
für die Kombi am
Freitag
trainiert, kam
schwer zu Sturz.
Die Salzburgerin
hob nach rund
eineinhalb
Fahrminuten von
der Strecke ab,
landete
unglücklich auf
nur einem Bein
und stürzte.
Kirchgasser
konnte auf ihre
Stöcke gestützt
zwar wieder
selbst
aufstehen,
klagte
anschließend
aber über starke
Schmerzen im
linken Knie.
Zur genaueren
MRI-Untersuchung
wurde die
23-Jährige
deshalb nach
Villach
gebracht.
Das dreitägige
Weltcup-Programm
in Tarvis
beginnt am
Freitag (11:00
Abfahrt/14:30
Slalom) mit der
dritten und
letzten
Super-Kombination
dieser Saison,
danach stehen
noch eine
Abfahrt am
Samstag sowie
ein Super-G am
Sonntag auf dem
Programm. Nicht
dabei in Tarvis
ist Nicole Hosp,
die nach ihrem
missglückten
WM-Auftritt
wieder zu Hause
trainiert, um
nach ihrer
schweren
Knieverletzung
wieder
vollkommen fit
zu werden.
Die Steirerin
Elisabeth Görgl
erzielte im
Mittwoch-Training
für die
Weltcup-Abfahrt
in Tarvis die
schnellste Zeit.
Auf der extrem
langen
Abfahrtsstrecke
an der
italienisch-kärntnerischen
Grenze war die
27-Jährige 0,08
Sekunden
schneller als
die Schwedin
Anja Pärson, die
aber im Finish
einen schweren
Fehler machte.
Dritte wurde die
Slowenin Tina
Maze (+0,44).
Die Schweizerin
Martina Schild
reihte sich als
beste
Schweizerin auf
den 4. Rang ein.
Monika Dumermuth
und Dominique
Gisin erreichten
beide mit den
Plätzen 13 und
14 die Top 15.
Lara Gut hatte
im Training
einen Rückstand
von 7,13
Sekunden und
wurde 77.
Die weiteren
Österreicherinnen
landeten nicht
unter den Top
10. Renate
Götschl wird vor
Doppelweltmeisterin
Lindsey Vonn
Elfte, Andrea
Fischbacher
landete auf Rang
17. Regina Mader
fuhr die 18.
Zeit, Stefanie
Köhle wurde 24.
Mit einem
Rückstand von
1,68 Sekunden
auf Görgl fuhr
Slalom-Weltmeisterin
Maria Riesch aus
Partenkirchen
auf den 15.
Platz. Gina
Stechert
(Oberstdorf) kam
in 2:06,95 auf
den 50. Rang.
Tarvis scheint
zum zweiten Mal
im
Weltcup-Kalender
der Damen auf.
Vor zwei Jahren
gab es dort
zahlreiche
schwere Stürze,
von denen auch
Götschl, Kathrin
Zettel und Anna
Fenninger
betroffen waren.
Diesmal ist die
2.991 m lange
Pista di
Prampero aber
dank
Riesenmengen an
Neuschnee sowie
einer deutlich
kurvigeren
Kurssetzung
deutlich
entschärft.
BLICK
ZURÜCK Saison 2006/07: Mancuso gewinnt Abfahrt in Tarvisio
Die US Amerikanerin Julia Mancuso gewann den
Abfahrtslauf in Tarvisio (ITA) und feierte ihren 4 Saisonsieg. Die 22
jährige setzte sich knapp vor Renate Götschl durch, die sich damit aber
vorzeitig den Sieg im Abfahrtsweltcup sicherte.
Vor dem Weltcupfinale in
Lenzerheide hat die Steierin einen Vorsprung von uneinholbaren 114
Punkten. Dritte wurde mit einem Rückstand von 21 Hundertstel Sekunden
die Kanadierin Emily Brydon, die den zweiten „Stockerlplatz“ ihrer
Karriere erreichte.
Auf dem 4. Rang folgte die Österreicherin Elisabeth Görgl, vor der Kanadierin Kelly Vanderbeek. Als beste Schweizerin
klassierte sich Nadia Styger, vor der Weltcup-Gesamtführenden Marlies
Schild, auf Platz 6.
Mit Ausnahme von Nadia Styger und Catherine Borghi
(12.) präsentierten sich die Damen des Swiss Team heute eher schwach:
Sylvaine Berthod, Fränzi Aufdenblatten, Martina Schild und Monika
Dumermuth belegten lediglich die Ränge 20, 21, 25 und 27.
Weltmeisterin
Anja Pärson aus Schweden schied mit bester Zwischenzeit nach einem
Torfehler aus, Nicole Hosp aus Österreich, die sich noch Hoffnungen auf
den Gesamtweltcup macht, kam nicht über Rang 17 hinaus.
Beste
DSV-Fahrerin war Maria Riesch auf Position 19, Gina Stechert wurde 22.
Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Sturz von Tamara Wolf.
Die 21-jährige Schweizerin wurde von einer Bodenwelle abgehoben und anschliessend ins Netz geschleudert. Dabei überschlug sie sich mehrfach.
Mit dem Helikopter wurde sie ins Spital von Udine geflogen. Gemäss
ersten Informationen soll sie ein Gehirntrauma erlitten haben. Sie ist
aber bei Bewusstsein.
Im Kampf um den Gesamtweltcup machte Renate Götschl wichtiges Terrain gut und liegt nur noch knapp hinter ihrer
führenden ÖSV-Teamkollegin Marlies Schild. Die Salzburgerin hat nun nur
mehr 9 Punkte Vorsprung auf Julia Mancuso. Nicole Hosp verlor etwas an
Boden und liegt nun 33 Punkte hinter Schild, während Renate Götschl 49
Punkte zurückliegt.