Erster
Weltcupsieg für
Romed Baumann
Disziplinenwertung
an Carlo Janka
Mit der Wut über die
WM-Nichtnominierung im RTL im Bauch und locker wie nie zuvor auf den
Beinen fährt Romed Baumann zu seinem ersten Weltcupsieg in der
Superkombi von Sestriere. „Wie ich durchs Ziel gekommen bin, habe ich
nur die Zeittafel gesucht und gesehen: Ich steh ganz oben, Wahnsinn. Ich
hab in den letzten Jahren zu viel gekämpft, war wohl zu verkrampft.
Jetzt wollte ich es nur locker angehen und es hat geklappt.“
Nach der WM auch hier wieder Zweiter
Julien Lizeroux. Trotz sehr guter Slalomleistung bleibt er gesamt 0,32
Sekunden hinter Baumann zurück. Überraschend auf Platz 3 finden sich ex
aequo der Südtiroler Innerhofer und Carlo Janka. Der Shootingstar aus
dem Schweizer Team schnappt damit Teamkollegen Silvan Zurbriggen die
kleine Kristallkugel sprichwörtlich mit 11 Punkten vor der Nase weg!
Janka: „Ich hab mich nicht auf den Weltcupkampf konzentriert. Aber es
ist sehr schön, dass ich mit einer Kristallkugel nach Hause fahre. Vor
Super-Kombi-Slaloms bin ich selten nervös, will da nur mein Ding
durchziehen. Was den Knoten in dieser Saison gelöst hat, weiß ich selber
nicht.“
Silvan Zurbriggen reicht somit sein
10. Platz heute nicht „So ist der Sport, es wollte einfach nicht sein.
Ich habe alles probiert, aber ich war zu langsam. Ich habe mein Bestes
gegeben, hatte auch etwas Pech mit dem Wetter im Super G. Aber man
braucht nicht nach Ausreden suchen - zweiter Platz, wäre hätte das nach
dem letzten jahr gedacht!“
Platz 5 teilen sich nach sehenswerter
Aufholjagd wieder ex aequo Jean-Baptiste Grange (FRA) und Marcel
Hirscher (AUT) – Rückstand 0,89 Sekunden.
Ivica Kostelic hält quasi den Schaden
in Grenzen und seine Weltcupverfolger mit Platz 7 auf Abstand. Raich
wird mit einem soliden, aber nicht idealen Lauf hinter Lars Elton Myhre
(NOR) 9., Aksel Svindal mit fast 2 Sekunden Rückstand nur 11. Vor den
Technikbewerben in Kranjska Gora bleibt es weiter spannend!
Wir gratulieren Baumann zum ersten
Sieg und Carlo Janka zum Gewinn seiner ersten Kristallkugel!
Zwischenführung für Baumann bei der Superkombi
in Sestriere
Romed Baumann ist weiter in Hochform.
Er führt nach dem Super-G in Sestriere mit 0,35 Sekunden Vorsprung auf
den Schweizer Didier Cuche und die Italiener Christof Innerhofer (+0,41)
und Patrick Staudacher (+0,56). Baumann fährt momentan eine sehr feine
Klinge – sowohl gestern auf der pickelharten Piste, als auch heute auf
griffiger werdenden Verhältnissen. Er fährt mit viel Gefühl und auf
hohem technischen Niveau. Er profitiert aber auch ein wenig von den
Sichtverhältnissen, da bei den hinteren Nummern immer wieder Wolken vor
die Sonne ziehen.
Auf Platz 5 der Norweger Kjetil
Jansrud und dahinter wohl der Favorit für den heutigen Tagessieg:
Kombi-Vizeweltmeister Julien Lizeroux. Er hat bereits 1,21 Sekunden
Rückstand, sollte das auf Baumann aber im Slalom gut machen können.
Neben dem Tagessieg geht es heute
bereits um die kleine Kristallkugel in der Disziplinenwertung. Dort
führt vor dem heutigen Rennen der Schweizer Silvan Zurbriggen 23 Punkte
vor Landsmann Carlo Janka. Beide bleiben heute aber etwas hinter ihren
Erwartungen. Janka ist mit 1,28 Sekunden Rückstand auf Rang 7,
Zurbriggen mit 2,43 Rückstand gar nur auf Platz 21. Janka kann im Slalom
sicher schwer etwas aufholen. Zurbriggens Stärke ist zwar die technische
Disziplin, aber sein Rückstand ist groß.
Der Dritte in der Disziplinenwertung
ist derzeit der Österreichische Routinier Benjamin Raich. Er ist aber
bereits 69 Punkte hinter Zurbriggen und rechnet sich nicht mehr allzu
große Chancen aus: „Chancen sind da - die sind aber nur noch
theoretisch. Ich bin schon relativ weit hinten. Ich habe schon Fehler
gemacht - aber so viel Rückstand hätte ich mir nicht gedacht.“
Raich liegt derzeit auf Platz 14 mit
1,89 Sekunden Rückstand – ein Sieg wird schwer. Aber er muss wichtige
Punkte für den Gesamtweltcup sammeln. Wo liegen seine dortigen
Konkurrenten? Leader Kostelic ist in guter Position auf Platz 9 nach dem
Super-G – sein Rückstand mit 1,53 hält sich durchaus in Grenzen. Eher
enttäuschend Jean Baptiste Grange auf Platz 19, (2,32 Sek zurück) und
Aksel Svindal mit 1,5 Sekunden Rückstand auf Rang 8. Im Gegensatz zu
Grange wird Svindal im Slalom nicht aufholen können.
Der Slalom wird von Florian Raich, dem
Bruder von Benjamin Raich gesetzt. Aber der kleine Bruder relativiert
diesen vermeintlichen Vorteil und sagt „Fahren und durchkommen muss man
selber. Florian wird sicher einen schönen und fairen Kurs setzen“.
Aus dem
Skiweltcup
Infopoint
Austria: C.
Egger
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Skiweltcup-Forum
Das letzte
Rennen - WM SUPERKOMBINATION der Herren in Val d'Isere
Svindal ist
Kombi-Weltmeister
Der Kombinationsweltmeister 2009 heißt
Aksel Lund Svindal! Er kann seinen Vorsprung aus der Abfahrt verteidigen
und siegt mit einer Gesamtzeit von genau 2 Minuten und 23 Sekunden.
Zweiter wird der Franzose Julien Lizeroux, der das kleine Skiwunder, das
wir im ersten Bericht angesprochen haben, schafft und von Platz 23 zur
Silbermedaille carvt. Sensationell die Bronzemedaille für Kroatien:
Natko Zrncic-Dim profitiert wie schon in Kitzbühel vom Favoritensterben
und wird Dritter.
Bitter ist Platz 4 für den
Hahnenkamm-Kombisieger Silvan Zurbriggen (SUI) – nur eine läppische
Hundertstelsekunde hinter Bronze!
Noch viel bitterer die Ausfälle für
die ganz großen Favoriten Bode Miller (USA) und Jean-Baptiste Grange (FRA).
Miller schien bis zu seinem Einfädler sicher unterwegs, doch im unteren
Teil dann überraschend das Aus. Anders bei Grange – er ging mit vollem
Risiko ans Werk und kam schon im oberen Teil öfters in Bedrängnis. Im
Mittelteil driftet er ein Tor sehr früh an und fädelt ebenfalls ein.
Danach reicht Svindal ein relativ sicherer Lauf, hatte er doch fast 3
Sekunden Vorsprung auf den bis dahin führenden Lizeroux.
Lizeroux findet sehr faire Worte für
den neuen Weltmeister „Svindal ist ein würdiger Weltmeister und ich bin
stolz, sein Vize-Weltmeister zu sein!“
Die Medaillen sind verteilt, die
weiteren Plätze „Nebensache“, trotzdem der Vollständigkeit halber und
aus Respekt vor der großen Leistung der Läufer die Top Ten:
5. Peter Fill (ITA +1,96), 6. ex aequo Thomas Mermillod Blondin (FRAU)
und Sandro Viletta (SUI +2,07), erst 8. der einzige (!) Österreicher im
Classement Romed Baumann (+2,21), 9. Kjetil Jansrud (NOR +2,30) und 10.
Alexandr Horoshilov (RUS +2,91).
Stimmen zum Rennen:
Aksel Svindal
Es ist gutes Timing - ich hab heute meinen besten Slalom der Saison
gezeigt. Als ich am Start war und Lizeroux immer noch vorne war, habe
ich gedacht: Ich muss richtig Gas geben, sonst habe ich keine Chance.
Ich habe heute gezeigt, dass ich in der Abfahrt sehr schnell bin. Ein
schönes Gold nach einer Abfahrt, wo ich sehr enttäuscht war. Ich wollte
nur zurückkommen und mitfahren - um Podestplätze im Weltcup.
Julien Lizeroux
Es war schon ein toller Moment, in Kitzbühel zu gewinnen. Aber hier ist
es noch mal schöner. Ich war nach der Abfahrt 3 Sekunden hinten und habe
dann gesagt: Du musst einfach 100 Prozent geben. Es war heute ein
wirklich schwieriger Slalom.
Natko Zrncic-Dim
Ich bin sehr zufrieden. Es ist der schönste Tag in meinem Leben. Ich
liebe Val d'Isere. Ich habe hier meine ersten Weltcup-Punkte geholt,
stand hier erstmals im Weltcup am Podest. Es ist der schönste Platz für
mich.
Für die Österreichischen Skiherren
setzt es ein weiteres Debakel. Raich scheidet schon im ersten Durchgang
aus, Hirscher – im Slalom bei der zweiten Zwischenzeit noch auf
Medaillenkurs – scheitert ebenso wie der junge Bernhard Graf. Baumann
schafft nur Rang 8. Raich ist aus Val D´Isere abgereist um daheim
abzuschalten und zu trainieren. Die rot-weiß-rote Skination hofft, dass
Benni Raich den Schalter umlegen kann und in alter Stärke zu den
Technikbewerben zurückkommt.
Abseits der Kämpfe um Medaillen und
Sekunden möchten wir dem Kombi-Weltmeister von 2007 die besten
Genesungswünsche nach Innsbruck schicken: Daniel Albrecht befindet sich
weiter auf dem Weg der Besserung. Zwar muss der Aufwachprozess wegen
Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge noch etwas hinausgezögert
werden, die Prognosen der Ärzte sind jedoch durchwegs positiv. Man hofft
auf völlige Genesung des sympathischen jungen Schweizers! Alles Gute!
Aus dem
Skiweltcup
Infopoint
Austria: C.
Egger
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Skiweltcup-Forum
1. Aksel Lund
Svindal NOR
2:23,00
2. Julien
Lizeroux FRA
2:23,90
3. Natko
Zrncic-Dim CRO
2:24,58
4. Silvan
Zurbriggen SUI
2:24,59
5. Peter Fill
ITA 2:24,96
6. Thomas
Mermillod
Blondin FRA
2:25,07
. Sandro Viletta
SUI 2:25,07
8. Romed Baumann
AUT 2:25,21
9. Kjetil
Jansrud NOR
2:25,30
10. Alexander
Horoschilow RUS
2:25,91
Superkombi am Sonntag
Am Sonntag steht die letzte
Kombination der Saison auf dem Programm, das heißt, dass die kleine
Kristallkugel vergeben wird. Es führt der Schweizer Silvan Zurbriggen
(205) vor seinem Landsmann Janka (182) und Raich (136).
Da die abschließende Superkombi mit einem Super-G gefahren wird, darf
sich auch Raich gute Chancen auf den Tagessieg ausrechnen. "Ich habe
sicher meine Chance, aber es wird sehr schwer", meinte der Tiroler.
Am Start ist auch Cuche, der einen neuen Super-G-Ski ausprobiert;
möglich, dass er dann auch den Slalom bestreitet. "Aber ich bin seit
August nicht mehr auf Slalomski gestanden", gab er zu bedenken.
Olympia
2006:
Sensation - Ligety holt Gold in der
Kombination
Den Sieg vor Augen fädelte der Österreicher Benjamin
Raich im zweiten Slalom-Durchgang der Olympischen Herren-Kombination ein.
Der Tiroler ging in Sestriere nach der Abfahrt und dem ersten Slalom-Lauf
mit fast einer Sekunde Vorsprung in die Entscheidung.
Nach dem Ausfall
konnte sich der US Amerikaner Ted Ligety als Überraschungssieger der
alpinen Kombination bei den Olympischen Winterspielen in Turin feiern
lassen. Ligety war nach der Abfahrt nur auf Rang 32 zu finden. Mit einem
entfesselten Slalom fährt er sensationell zu Gold und wurde damit
Nachfolger des Norwegers Kjetil-Andre Aamodt, der wegen einer in der
Spezialabfahrt erlittenen Knieverletzung passen musste.
Der US Amerikaner
lag nach der Abfahrt und zwei Slalomdurchgängen in 3:09,35 Minuten 53
Hundertstelsekunden vor Ivica Kostelic aus Kroatien. Kostelic holt damit
die erste Männer-Medaille Kroatiens bei Winterspielen.
Bronze sicherte
sich der Österreicher Rainer Schönfelder mit 1,32 Sekunden Rückstand. Für
den Kärntner Schönfelder war es die erste Medaille bei einem Großereignis:
„Dass der Benni einfädelt, ist Pech. Aber ich freue mich sehr über Bronze.
Ich habe irrsinnige Probleme im Slalom gehabt. Ich war im zweiten Lauf
nicht am Limit, habe aber dennoch Fehler gemacht", erklärte Schönfelder,
der am Ende immerhin nur sechs Hundertstel vor dem Schweizer Daniel
Albrecht und sieben vor dem Italiener Giorgio Rocca lag.
Bode Miller und
Didier Defago, die Schnellsten der Abfahrt, scheiterten im ersten
Durchgang.
Die Top 10 Rennläufer der Männer-Kombination: 1. Ted Ligety
(USA) 3:09,35. 2. Ivica Kostelic (CRO) 0,53 zurück. 3. Rainer Schönfelder
(AUT) 1,32. 4. Daniel Albrecht (SUI) 1,38. 5. Giorgio Rocca (ITA) 1,39. 6.
Ondrej Bank (CZE) 1,65. 7. Marc Berthod (SUI) 1,87. 8. Pierrick Bourgeat (FRA)
1,94. 9. Peter Fill (ITA) 2,86. 10. Kjetil Jansrud (NOR) 2,97.
Ivica Kostelic - Ted Ligety - Rainer Schönfelder
Ted Ligety - Ein Olympiasieger ohne Weltcupsieg
Kostelic holt die erste Männer-Medaille Kroatiens bei Winterspielen
Rainer Schönfelder holt Bronze und rettet so die Ehre der Österreicher
Benjamin Raich "stolpert" auf seiner Fahrt zu Gold wenige Tore vor dem
Ziel.