So locker fährt es sich anscheinend
mit Gold und Silber in der Tasche. Didier Cuche lässt der Konkurrenz
heute keine Chance und siegt im RTL von Sestriere mit einer Zeit von
2.49,57. „Mir ist es heute sehr gut gegangen auf diesem Schnee. Die Ski
haben das gemacht, was ich wollte. Ich konnte pushen. Die Erfolge bei
der WM haben mir schon viel Selbstvertrauen gegeben. Ich war vor der WM
auch einige Male nah dran am Sieg, habe aber immer wieder Fehler
gemacht. Zum Thema Gesamtweltcup muss man in drei Wochen schauen. Nach
Kitzbühel habe ich eigentlich schon einen Strich gemacht - aber es kann
immer so viel passieren.“
Dahinter ein Österreicherpaket: mit
0,66 Sekunden Rückstand auf Rang 2 Stephan Görgl, der bei den
Österreichern nicht einmal im WM-Aufgebot stand und auf Rang 3 der
Vizeweltmeister Benjamin Raich (+0,89). Vierter mit Romed Baumann (+1,05
Sek), ein weiterer ÖSV-Läufer der beim WM-RTL nicht berücksichtigt
wurde. Marcel Hirscher auf Platz 6 und auch noch Matt, Schörghofer und
Nösig in den Punkterängen ergeben ein sehr gutes Mannschaftsergebnis für
die schwer in Kritik geratenen ÖSV-Herren.
Görgl: „Für mich persönlich ist es so
eine riesige Genugtuung. Nach so einer langen Zeit wieder am Stockerl.
Ich hätte mir nie gedacht, dass ich schon wieder so schnell fahren kann.
Wer mich kennt weiß, dass ich ein Grübler bin. Im Europacup habe ich
aber gesehen, dass ich einer der Schnellsten bin“.
Benjamin Raich: „Ich hab probiert, Gas
zu geben. Stephan war ein bisserl stärker als ich heute. Mit einem
Stockerlplatz muss man immer zufrieden sein. Schön wäre es natürlich,
wenn man ganz vorne ist. Ich hatte keine optimalen Läufe, vor allem im
ersten. Ohne die Fehler wäre noch ein bisserl mehr drin gewesen. Die
Wertung darf man nicht im Kopf haben, man muss gut skifahren.“
Der Mann des zweiten Durchganges ist
wohl Tim Jitloff aus den USA, der mit Laufbestzeit als Achtzehnter nach
dem ersten Lauf noch auf Rang 5 vor fährt.
Massimiliano Blardone und Manfred
Mölgg vergeben mit schweren Fehlern im Finallauf ihre Topplatzierungen
und so wird Christof Innerhofer unerwartet auf Platz 7 der beste aus dem
italienischen Team.
Auch der Finallauf von Aksel Svindal
ist nicht fehlerfrei – schon ganz oben etwas spät dran bei einer Welle
und auch im untersten Abschnitt fehlt die letzte Konsequenz. Platz 8 (+
1,43) am Schluss vor seinem norwegischen Landsmann Kjetil Jansrud (9.
+1,46).
Auf Rang 10 das große Talent aus
Finnland Marcus Sandell (+1,48) – sobald diesem Läufer 2 fehlerfreie
Fahrten gelingen, müssen wir ihn für die Topplätze auf der Rechnung
haben.
Der Gesamtweltcup bleibt spannend wie
selten zuvor: Ivica Kostelic, heute auf Platz 11, behält seine Führung.
Auf Platz 2 löst mit seinem Podestplatz Benjamin Raich den Franzosen
Grange ab. Vierter Svindal, Fünfter Cuche – alle innerhalb von 150
Punkten.
Auch der RTL-Weltcup entscheidet sich
in den letzten Rennen: Benjamin Raich führt dort nur 12 Punkte vor
Didier Cuche. Dritter, allerdings schon 105 Punkte zurück, Ted Ligety
aus Amerika.
So soll er sein, der alpine
Schiweltcup: spannend und nationenreich!
Aus dem
Skiweltcup
Infopoint
Austria: C.
Egger
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Ein schneller Lauf, ein langer Lauf,
Torabstände mit über 30 Metern, einige interessante Übergänge und das
alles auf pickelharter Piste – das spricht für einen Mann: Didier Cuche
kommt mit dem von seinem Trainer gesteckten Lauf am besten zurecht und
führt mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Romed Baumann (AUT) und
fast einer ganzen auf Benjamin Raich (AUT). Cuche: „Mir liegt einfach
der Schnee, wenn es so hart ist. Heute habe ich mich gefreut, als ich
gesehen habe, dass es so hart ist. Ich hab die Fehler der Läufer vor mir
gesehen, hab gewusst, wo man taktieren muss.“
Auch wenn er schon mehrfach mit guter
Technik überzeugt hat und auch mit dem Speed aus der Abfahrt umzugehen
weiß, mit einem zweiten Platz von Romed Baumann war wohl nicht unbedingt
zu rechnen in der Zwischenwertung: „Ich hab gewusst, in der Piste ist
noch alles drinnen. Ich hab auch noch ein bisserl die Wut in mir drin
gehabt, dass ich in Val d'Isere nicht im RTL fahren durfte. Aber ich bin
total locker geblieben.“
Überhaupt die Ausgangspostion für die
Österreicher eine hervorragende: auch Stephan Görgl (+ 1,28) als siebter
und wieder einmal der junge Marcel Hirscher (+1,41) als achter schaffen
es noch in die Top Ten.
Hinter dem Drittplatzierten Raich
beginnt ein Hundertstelkrimi: nur 0,01 hinter Raich liegt der Italiener
Blardone, 0,02 hinter dem Dritten lauert Aksel Svindal (NOR) und ein
weiteres Hundertstel dahinter noch Manfred Mölgg (ITA).
Der Weltcupführende Ivica Kostelic ist
noch immer nicht ganz fit. Er fährt nach eigenen Angaben mit 90% und das
reicht heute für Platz 9. Der Gesamtweltcupzweite Grange liegt nur 0,25
Hundertstel hinter ihm auf Platz 12. Die gefährlichsten
Gesamtweltcupanwärter dürften aber Raich und Svindal sein und diese zwei
liegen knapp beisammen auf Stockerlkurs.
Felix Neureuther, heute der einzige
DSV-Starter schafft die Qualifikation für den zweiten Durchgang leider
nicht. Aber er wird sein gutes Abschneiden bei der WM sicher in die
kommenden Slaloms mitnehmen. Das war heute nicht sein Lauf.
Die Zeitabstände und die hervorragende
Piste lassen im zweiten Durchgang sicher noch tolle Aufholjagden zu -
wir freuen uns auf den zweiten Durchgang!
Aus dem
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Infopoint
Austria: C.
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Das letzte
Rennen - WM Riesenslalom der Herren in Val d'Isere
RTL-Gold für die
Schweiz durch
Carlo Janka
Carlo Janka behält trotz eines Fehlers
im oberen Teil die Nerven und ist auch im Finale des WM-Riesentorlaufes
eine Klasse für sich: er krönt sich mit einer Zeit von 2:18,82 zum
Weltmeister. „Im zweiten Lauf, wo ich den Fehler gemacht habe, ist es
noch mal eng geworden. Ich hab dann gewusst, ich muss unten noch mal Gas
geben. Ich wusste, wenn ich unten noch mal so fahre wie im ersten
Durchgang, dann sollte es sich mit dem Polster ausgehen.“
Als Zweiter holt Benjamin Raich
endlich, endlich die ersehnte Herrenmedaille für Österreich! Sein
Rückstand mit 0,71 Sekunden. Es ist die insgesamt 11. Medaille für Benni
Raich und er stellt damit den österreichischen Rekord von Skilegende
Toni Sailer ein. „Es war schwierig. Ich hab alles riskiert, bin auf Sieg
gefahren. Das ist sich weit nicht ausgegangen - ich muss froh sein, dass
ich noch Silber gemacht habe. Es waren Schläge drinnen, da hat es mich
schon verjagt. Aber auch der Carlo hat Fehler gemacht, er war heute wohl
zu gut für mich. Natürlich hofft man im Ziel, dass man noch Gold holt.“
Ted Ligety hat wohl wirklich an Tina
Maze gedacht und fuhr mit einem sensationellen Lauf auf der immer
schwieriger werdenden Piste von Platz 9 noch zu Bronze. „Nach dem ersten
Lauf war ich richtig sauer, ich war nicht zufrieden mit der Art, wie ich
gefahren bin. Ich habe viel Risiko genommen und bin sehr glücklich, dass
ich so viel Zeit gut machen konnte. Ich bin sehr glücklich!“
Haarscharf um 7 Hundertstel an den
Medaillen vorbei schrammt Marcel Hirscher. Doch Hirscher und Raich
werden die Diskussionen um die Krise des ÖSV erst einmal zum pausieren
bringen. „Wenn zwei, drei Rennen einmal keiner am Podest steht, dann ist
noch lange keine Krise da - aber bitte. Für mich ist die Silberne heute
sehr schön.“ so Raich. Es ist außerdem die 250. Medaille bei
Weltmeisterschaften für Österreich.
Enttäuscht auf Platz 5 ist
Massimiliano Blardone, Rückstand 1,67. Er hätte sich vom zweiten Lauf
mehr erwartet, denn es wären seine Bedingungen gewesen, außerdem hat
sein Trainer den Lauf ausgeflaggt.
Auch für Didier Cuche reicht es heute
nicht für Edelmetall. Zu viele kleine Fehler, zu unruhig sein Lauf. Am
Schluss Rang 6 mit 1,69 Sekunden Rückstand
Jean Baptiste-Grange (FRA +1,75),
Alexander Ploner (ITA +1,78), Aksel Svindal (NOR +1,79 und Mark Berthod
(SUI +1,94) liegen knapp beisammen auf den Plätzen 7 bis 10.
Die Schweiz führt nun mit 2 Goldenen
im Medaillenspiegel. Die positiven Nachrichten aus Innsbruck sind heute
das Sahnehäubchen auf dem Schweizer Glückshaufen: Daniel Albrecht, der
seit seinem schweren Sturz in Kitzbühel im Koma lag, ist wach. Er ist
ansprechbar und reagiert auf einfache Befehle. Man ist zuversichtlich,
dass er in wenigen Wochen aus neurologischer Sicht „gesund“ ist. Alles
Gute wünschen wir der Schweizer Mannschaft – sowohl zum sportlichen
Erfolg in Val d´Isere, als auch zum Kampf zurück von Daniel Albrecht!
Aus dem
Skiweltcup
Infopoint
Austria: C.
Egger
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1. Carlo Janka
SUI 2:18,82
2. Benjamin
Raich AUT
2:19,53
3. Ted Ligety
USA 2:19,81
4. Marcel
Hirscher AUT
2:19,88
5. Massimiliano
Blardone ITA
2:20,49
6. Didier Cuche
SUI 2:20,51
7. Jean-Baptiste
Grange FRA
2:20,57
8. Alexander
Ploner ITA
2:20,60
9. Aksel Lund
Svindal NOR
2:20,61
10. Marc Berthod
SUI 2:20,76
Zeit zum Weichen stellen
Wie die Damen in Tarvis so startet bei
den Herren der alpine Ski-Weltcup an diesem Wochenende in Sestriere in
die letzte Saisonphase. Eine Woche nach der WM stehen im einstigen WM-
und Olympia-Ort in Italien am Samstag Riesentorlauf (9.30/12.30 Uhr) und
am Sonntag eine aus Super-G und Slalom bestehende Superkombination
(10.30/14.00) auf dem Programm.
Ist bei den Damen Lindsey Vonn (USA)
trotz Daumenverletzung dank ihres Vorsprungs große Favoritin auf den
neuerlichen Gewinn der großen Kugel, ist bei den Herren drei Wochen vor
Saisonschluss alles offen. Ivica Kostelic führt elf Rennen vor Schluss
mit 742 Punkten vor dem französischen Slalom-Spezialisten Jean Baptiste
Grange (706) und dem Österreicher Benjamin Raich (680). Der Kroate war
in Sestriere aber wegen seiner hartnäckigen Rückenbeschwerden äußerst
fraglich und wie sich bei Grange die Enttäuschung über die verpatzte
Heim-WM auswirkt, war ebenfalls offen.
Nachdem auch US-Star Bode Miller die
Titelverteidigung praktisch aufgegeben hat und diese Woche lieber bei
seiner Tochter in Kalifornien weilt, sollte der derzeit viertplatzierte
Norweger Aksel Lund Svindal (655 Punkte) der härteste Konkurrent von
Raich im Kampf um den Gesamtsieg sein. Sechs bis acht Herren haben unter
dem Strich noch rechnerische Chancen auf den Gesamtsieg, das verspricht
im Weltcup-Finish Hochspannung.
Auch Raich hat sehr gute Karten, zum
zweiten Mal nach 2005/2006 den Gesamtsieg an sich zu reißen. In
Sestriere und danach auf "seinem" Hang in Kranjska Gora (Riesentorlauf
und Slalom) kann der Pitztaler die Weichen entscheidend legen. Vor dem
Finale in Aare (Schweden) stehen dann nur noch die drei Speed-Rennen in
Kvitfjell (Norwegen) auf dem Programm. "Ich habe meine Chance und weiß,
wie ich sie nutzen muss", sagte Raich, der am Samstag als
frischgebackener Vizeweltmeister im Riesentorlauf an den Start geht und
auch am Sonntag zu den Favoriten zählt, nach dem Training auf dem
Heimhang in Jerzens.
Obwohl in Sestriere der bereits
sechste Saison-RTL in Szene geht, ist hier ebenfalls noch alles offen.
Die erste Kugel wird dafür wie bei den Damen in der Superkombi am
Sonntag vergeben. Favorit ist der mit 205 Punkten vor seinem Landsmann
Carlo Janka (182) und Raich (136) führende Schweizer Silvan Zurbriggen.
Aus österreichischer Sicht bekommen in
Sestriere zudem einige Herren wie Hannes Reichelt oder Christoph Gruber
die Gelegenheit, sich für die WM zu rehabilitieren. Sein Weltcup-Debüt
gibt der junge Tiroler Florian Scheiber. Hermann Maier ist an den
kommenden zwei Wochenenden nicht im Einsatz, weil keine Rennen für ihn
auf dem Programm stehen. Schlägt der momentane Urlaub im Warmen gut an,
wird der 36-jährige Salzburger in Kvitfjell wieder dabei sein.