Lindsey Vonn hat den wetterbedingt auf
den Sonntag verschobenen Super-G gewonnen. Die US-Amerikanerin siegte in
01:22,16 Minuten vor den Schwedinnen Anja Pärson (01:22,55 Minuten) und
Jessica Lindell-Vikarby (01:22,88 Minuten). Als beste Deutsche fuhr
Maria Riesch auf den fünften Rang (01:22,96 Minuten).
Lindsey Vonn hat nach dem Slalom am
Freitag auch den Super-G in Garmisch-Partenkirchen für sich entschieden.
Mit der optimalen Ausbeute von 200 möglichen Weltcup-Punkten verschaffte
sich die US-Amerikanerin einen komfortablen Vorsprung in der
Weltcup-Gesamt-Wertung. Maria Riesch (SC Partenkirchen) erreichte mit
Platz fünf ihr bestes Super-G-Ergebnis der Saison. Viktoria Rebensburg
(SC Kreuth) wurde Zehnte, Gina Stechert (SC Oberstdorf) verpasste die
Punkteränge um vier Hundertstel Sekunden.
Stimmen zum Super-G der Damen
Lindsey Vonn (01.)
"Meine Fahrt war super. Die Strecke ist sehr gut und ich bin natürlich
sehr zufrieden. Ich bedanke mich bei den Zuschauern in
Garmisch-Partenkirchen, die auch heute zum Rennen gekommen sind."
Maria Riesch (05.)
"Das waren heute nicht ganz 100 Prozent von mir, aber nach den letzten
Leistungen in den vergangenen Super-G-Rennen fehlte mir auch die nötige
Sicherheit. Aber das ist mit Abstand das beste Super-G-Resultat für mich
in dieser Saison und damit bin ich recht zufrieden. Ich wollte hier in
Garmisch-Partenkirchen gut fahren und mit einem Podium und dem fünften
Platz heute habe ich mein Ziel erfüllt. Die WM kann kommen."
Fabienne Suter (06.)
"Die Strecke hat mir gut gefallen. Es herrschte leider etwas schlechte
Sicht auf der ganzen Strecke, aber das gehört zu unserem Sport an
manchen Tagen dazu. Ansonsten ist die Strecke sehr anspruchsvoll und
schön."
Gina Stechert (31.)
"Mein Lauf war ganz in Ordnung - aber auch nicht überragend. Es geht
noch deutlich besser. Ich bin einigermaßen zufrieden mit meiner
Leistung. Nach meiner Krankheit in den letzten Tagen war es wichtig,
dass ich vor der WM noch ein Rennen fahren konnte."
Das letzte
Rennen - SUPER G der Damen in St. Moritz
Lindell-Vikarby
gewinnt Super G
von Cortina
Überraschungspodest beim Super G der
Damen in Cortina d’Ampezzo. Die knapp 25-jährige Schwedin Jessica
Lindell-Vikarby feierte auf der «Pista Olympia delle Tofane» überlegen
ihren ersten Weltcup-Sieg vor der 19-jährigen Österreicherin Anna
Fenninger und der Schweizerin Andrea Dettling.
Die siegreiche Schwedin, deren bestes
Resultat bisher ein dritter Platz im Super G in Lake Louise Anfang
Dezember 2007 war, profitierte auch von zahlreichen Ausfällen: Anja
Pärson, Maria Riesch und Emily Brydon schieden nach Stürzen aus.
Für die 19-jährigen Salzburgerin, Anna
Fenninger feierte mit dem 2. Rang ihrerseits das beste Resultat im
Weltcup. Zwischen Ihr und der Schwedin lagen am Ende 0,83 Sekunden. Auch
für die Andrea Dettling die mit einem Rückstand von 87 Hundertstel
Dritte wurde, war es der erste Stockerlplatz ihrer Karriere.
Mit Monika Dumermuth (4.), Nadja Kamer
und Lara Gut (ex-aequo 6.) sowie Fränzi Aufdenblatten (10.) fuhren 5
Schweizerinnen in die Top 10. «Nur» zu Rang 15 reichte es Fabienne Suter.
Für Cheftrainer Hugues Ansermoz
zeichnet sich ein Selektions-Problem der angenehmen Art ab. Nur vier
Schweizerinnen dürfen an der WM antreten, und sieben haben nun im
Super-G Ränge in den ersten ersten 10 aufzuweisen.
Außer der jungen Anna Fenniger hatten
die ÖSV-Damen nicht viel Grund zur Freude: Nur Andrea Fischbacher
landete als Neute noch unter den besten Zehn, Kathrin Zettel belegte
Platz elf, Elisabeth Görgl wurde Dreizehnte. Renate Götschl setzte ihre
in dieser Saison durchwachsenen Leistungen im Super G (zuvor 33. in Lake
Louise und 9. in St. Moritz) fort und wurde enttäuschende Neunzehnte.
Die im Gesamtweltcup-Führende Lindsey
Vonn konnte im Ziel gar nicht glauben, dass sie auf der Strecke fast
eine ganze Sekunde auf die Schwedin verloren hatte. Am Ende reichte es
für den 8. Rang mit dem sie sogar die Führung im Gesamtweltcup weiter
ausbaute.
Nach der relativ schwachen Vorstellung
von Vonn bot sich für Maria Riesch auf der Piste Tofana die Möglichkeit
aufzuholen. 2008 konnte Riesch das Montagsrennen gewinnen, doch dieses
Mal wollte sie zuviel und schied an der gleichen Stelle wie Paerson nach
einem Sturz aus. Das gleiche Schicksal ereilte auch die Kanadierin Emily
Brydon.
Auch die zweite DSV-Starterin blieb
ohne Punkte. Viktoria Rebensburg machte schon nach dem Start die ersten
Fehler und verpasste mit über drei Sekunden Rückstand einen Platz unter
den Besten 30.
Die letzte Chance. Die Damen bestreiten am
Samstag in Garmisch-Partenkrichen die WM-Generalprobe im Super-G
(13.00 Uhr, live in ORF1).
Geht es in Deutschland noch um
Preisgeld und Weltcup-Punkte, so fahren die Damen nur drei Tage später
in Val d'Isere schon um Medaillen.
Österreichs WM-Team in dieser
Disziplin ist noch nicht fixiert, Andrea Fischbacher (einmal Zweite,
einmal Neunte) und Anna Fenninger (zuletzt Zweite) gelten als
Fixstarterinnen, für die restlichen zwei Tickets kommen jedoch drei
Damen infrage.
Elisabeth Görgl hat gute Karten, sie liegt im
Super-G-Ranking (zwei 13. Plätze) vor Renate Götschl und Kathrin
Zettel.
Mitentscheidend für die WM-Aufstellung wird aber
auch die aktuelle Form sein. Und möglicherweise auch der Bonus, den
Götschl genießt, auch wenn sie in diesem Winter neben einem 9. Platz
nur einen 19. und 33. zu Buche stehen hat. Damen-Cheftrainer Herbert
Mandl will jedenfalls den Super-G in Garmisch abwarten, um sein
WM-Quartett für das WM-Auftaktrennen in Frankreich festzulegen.
Götschl ist nach dem
verletzungsbedingten Ausfall von Maria Holaus die letzte echte
verbliebene Speed-Dame im ÖSV-Team, vor zwei Jahren in Aare hatte sie
im Super-G Bronze geholt.
Derzeit läuft es aber überhaupt nicht, auch in
dem von ihr so geliebten Cortina gelang die Fahrt aus der Krise nicht.
Während sich Götschl (testete
Material) und Görgl auf dem Innsbrucker Patscherkofel auf das letzte
Rennen vor der WM vorbereiteten, trainierte Zettel in den vergangenen
Tagen für den Slalom am Freitag auf dem Gudiberg, schnelle Umstellung
auf die längeren Latten ist daher gefragt.
Eine Favoritin auf den
Super-G-Sieg auf der Kandahar in Garmisch gibt es nicht, die
Saisonsiegerinnen heißen Nadia Fanchini (ITA), Lara Gut (SUI) und
Jessica Lindell-Vikarby (SWE), der ÖSV hat mit zwei zweiten Plätzen
durch Fischbacher und Fenninger angeschrieben.
ÖSV-Damen-Team für Super-G in
Garmisch: Kathrin Zettel, Renate Götschl, Elisabeth Görgl, Silvia
Berger, Andrea Fischbacher, Nicole Schmidhofer, Regina Mader, Anna
Fenninger, Stefanie Köhle, Margret Altacher