Jean-Baptiste Grange siegt mit einer
Machtdemonstration in Levi! In einer Gesamtzeit von 1:44,49 und 0,79
Sekunden Vorsprung auf einen kaum wieder zu erkennenden Bode Miller,
legt Grange zu Beginn der neuen Saison die Slalomlatte für die
Konkurrenz sehr hoch. Grange: „Ich habe über den Sommer sehr hart
gearbeitet, habe auch am Material viel gearbeitet. Und es hat sich
ausgezahlt. … Der große Vorsprung ist eine große Überraschung, weil ich
im oberen Teil einen schweren Fehler hatte.“
Bode Miller überrascht mit einem
„intelligenten“ Ritt auf dem vom Vater Kostelic schwierig gesetzten
Kurs, der viele Ausfälle fordert. Doch Miller verspricht noch mehr: „Es
fühlt sich für mich nicht an wie eine Explosion. Es waren einige Fehler
dabei, vor allem im ersten Durchgang. Wenn ich mein bestes Skifahren
zeige, dann geht es noch besser. Der Druck ist noch unterhalb der Tore,
nicht oberhalb. Da ist noch einiges drin und das ist positiv für mich.“
Nach den frühen Ausfällen von Benjamin
Raich und Reinfried Herbst liegt es an Mario Matt, die Ehre der
Österreicher mit Platz 3 (+ 0,93) aufrecht zu halten. Einigermaßen
zufrieden meint er nach dem Rennen: „Das Tor oben war schon ein bisserl
eigenartig. Ich hab mir das auch etwas leichter vorgestellt. Gott sei
Dank ist es bei mir gut ausgegangen. Ich war schon im Training sehr
schnell, hatte aber im ersten Durchgang auf den eisigen Stellen einige
Probleme.“
Ein Traumcomeback feiert der einzige
Schweizer des zweiten Durchganges. Silvan Zurbriggen. Er geht mit Platz
21 aus dem ersten Lauf ins Rennen und katapultiert sich mit Laufbestzeit
im zweiten Durchgang auf Platz 4 – nur 13 Hundertstel fehlen ihm auf das
Stockerl!
Ivica Kostelic (CRO, +1,08) schafft
die vorgenommene Aufholjagd auf dem Kurs seines Trainervaters nicht und
muss sich mit dem guten 5. Rang begnügen. Hinter ihm endlich wieder 2
Schweden in den Top Ten: auf den Plätzen 6 und 7 Andre Myhrer (+1,10)
und Mattias Hargin (+1,32).
Steve Missillier (+1,33) wird als
zweitbester Franzose 8., während Landsmann Julien Lizeroux nach
durchwachsener Fahrt auf Platz 15 zurück rutscht – Rückstand 2,03
Sekunden.
Als 22. nach dem ersten Durchgang
schafft Mitja Dragsic den Sprung in die Top Ten und wird mit 1,67
Sekunden Rückstand 9.
Die besten 10 komplettiert der
Vorarlberger Patrick Bechter (+1,46). Er musste in der Vorwoche im
starken österreichischen Slalomteam noch interne Qualifikation fahren,
um überhaupt nach Levi mitgenommen zu werden. Trotz den schmerzhafen
Ausfällen von Raich und Herbst, dürfen die Österreicher auf ein gutes
Mannschaftsergebnis mit Manfred Pranger auf Platz 11 und Wolfgang Hörl
auf Platz 13 blicken. Natürlich hätte man gerade von Leuten wie Raich
und Herbst, aber auch vom jungen Marcel Hirscher, der die Qualifikation
für den zweiten Durchgang nicht geschafft hat, mehr erwartet. Doch der
heutige Lauf und vor allem die extrem knappen Zeitabstände nach dem
ersten Durchgang verlangten heute vollen Angriff. Nicht nur um einen
Spitzenplatz zu ergattern – vor allem auch, um nicht nach hinten
durchgereicht zu werden. Alles oder nichts hieß das Prinzip und dies
ging für viele Läufer nicht auf, wie die hohe Ausfallquote beweist.
Schon fast kurios: wir finden keinen Italiener im Endclassement!
Höchst erfreulich jedoch das Ergebnis
aus deutscher Sicht: hatte man nach dem ersten Durchgang noch den quasi
Ausfall von Felix Neureuther (hatte nach einem Steher keine Chance mehr
auf den zweiten Durchgang) zu betrauern, darf man sich über den guten
16. Platz von Stefan Kogler und den 19. Platz von Dominik Stehle freuen.
Hoffentlich 2 Versprechen für die Zukunft – die WM in Garmisch 2011
naht!
Nun übersiedelt der Weltcuptross nach
Amerika, wo uns sicher wieder spannende Rennen erwarten!
Aus dem
Skiweltcup
Infopoint
Austria: C.
Egger
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„Die Rache des Jean-Baptiste Grange“
könnte man den ersten Slalomdurchgang in Levi titeln. Der mit
Startnummer 6 ins Rennen gegangene Franzose legt eine Traumzeit von
51.72 Sekunden in den finnischen Schnee und distanziert den bis dahin
führenden Kostelic um 74 Hundertstel! Grange musste sich nach
Seriensiegen im letzten Jahr die kleine Kugel für den Slalomweltcup im
allerletzten Rennen hauchdünn von Manfred Mölgg nehmen lassen. Mit
seinem heutigen ersten Lauf scheint der Franzose zeigen zu wollen, wo er
eigentlich hin gehört!
„Die Rückkehr des Bode Miller“ wäre
ein weiterer Titel für den ersten Slalomdurchgang. Mit Startnummer 14
schafft es bereits der erste Amerikaner, Ted Ligety, den Abstand zu
Grange zu verkleinern. Er liegt mit 0,25 Sek. Rückstand auf Platz 2. Nur
1 Hundertstel hinter ihm der US-Team abtrünnige Bode Miller. Aus seinem
wieder neu zusammen gestellten Trainerstab war schon zu hören gewesen,
Miller habe extrem viel Augenmerk auf Slalomtraining gelegt. Davon
konnte man sich bei seiner Fahrt überzeugen – viel Speed, dosiertes
Risiko und keine akrobatischen Einlagen. Mit ihm wird in dieser
Disziplin wieder zu rechnen sein!
„Die vorerst geschlagenen
Österreicher“ liegen mit Benjamin Raich (+0,58) und Reinfried Herbst
(+0,62) auf den Plätzen 4 und 5. Derzeit nicht am Stockerl aber in
absolut aussichtsreicher Position. Beide fuhren nicht „am letzten
Zacken“. Raich will nach den wenig zufrieden stellenden Slaloms der
letzten Saison erst seine gewohnte Sicherheit wieder finden. Herbst hat
durch eine Rückenverletzung enormen Trainingsrückstand – umso höher ist
seine heutige Fahrt einzustufen. Doch auch Mario Matt hat auf Platz 9
liegend zwar 0,81 Sekunden Rückstand, dennoch sicher gute Chancen auf
einen Spitzenplatz im zweiten Durchgang.
„Die Aufholjagd des Ivica Kostelic“
dürfte für den zweiten Durchgang vorprogrammiert sein. Sein Vater Antje
setzt den Kurs und Kostelic wird diesen vermeintlichen Vorteil nutzen
wollen, um seinen momentanen 6. Platz noch zu verbessern.
„Wo sind die Schweden geblieben?“
Nachdem die starke schwedische Mannschaft die vorletzte Saison
dominierte, mussten sie letztes Jahr doch einige Rückschläge hinnehmen
und kämpfen sich nun in mannschaftlicher Geschlossenheit zurück an die
Weltspitze. Angeführt von Andre Myhrer auf Platz 7 (+0,76), einem mit
Startnummer 47 sensationell fahrenden Mattias Hargin auf Platz 8
(+0,80), Jens Byggmark (+0,95) als 12. und Markus Larsson als 14. konnte
man gleich 4 Starter unter den Top 15 platzieren.
Die Franzosen Julien Lizeroux ( +0,81;
ex aequo mit Mario Matt) auf Platz 9 und Steve Missillier auf Platz 11
(+0,91 – mit Startnummer 30!) beschließen auch für Frankreich ein
vielversprechendes Zwischenergebnis.
Leider verlief der Slalomauftakt für
Felix Neureuther denkbar schlecht. Gehandikapt durch eine
Schulterverletzung zeigte der junge Partenkirchener einen hervorragenden
ersten Lauf. Kurz vor dem Ziel dann ein echter „Steher“ in einem kurzen
Flachstück und aus der Traum vom längst überfälligen ersten Weltcupsieg!
Wir sehen ihn im zweiten Durchgang nicht mehr. Dafür konnte sich der
Deutsche Stefan Kogler mit Platz 26 für das Finale qualifizieren. Sein
Rückstand 1.40 Sekunden.
Nicht nach Wunsch verlief der
Slalomauftakt auch für die Italiener: Slalomweltcupsieger Manfred Mölgg
muß sich nach dem ersten Durchgang gar nur mit Platz 26 (+1,28)
zufrieden geben und 4 Hundertstel hinter ihm liegt Teamkollege Giorgio
Rocca auf Platz 28.
Für die Schweiz wird im Zweiten
Durchgang nur Silvan Zurbriggen als 21. ins Rennen gehen! Weit hinter
ihren Erwartungen blieben Berthod, Gini und Albrecht mit Plätzen weit
jenseits der 30!
Für einen spannenden zweiten Durchgang
ist gesorgt – die Piste hält perfekt und zwischen dem 4. Benni Raich und
dem momentan 30. Naoki Yuasa (JPN) liegt nur eine knappe Sekunde!
Aus dem
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Das letzte
Rennen - Slalom Weltcupfinale der Herren in Bormio
Herbst gewinnt Slalom in Bormio -
Mölgg holt Slalom Kristallkugel
Die italienischen Schifans sind aus dem Häuschen
und der große Alberto Tomba ist einer der ersten Gratulanten bei Manfred
Mölgg, der mit dem heutigen sechsten Platz im letzten Rennen noch dem
Saisondominator Grange die kleine Kugel entreißt!
Dabei sah es bis wenige Tore vor dem Ziel sehr gut
aus für Grange – beste Zwischenzeit, sehr gut unterwegs und dann, wenige
Tore vor dem Ziel, die Kugel wahrscheinlich schon vor Augen, erwischt er
einen Schlag in der schon sehr ausgefahrenen Spur und aus der Traum.
Mölgg reichte somit ein Sicherheitslauf, um den Slalomweltcup für sich
zu entscheiden. Wir gratulieren dem sympathischen Südtiroler auf das
Herzlichste! „Ich habe gesehen, dass ich Sechster bin, Ich hab mich aber
nicht ausgekannt, hab nicht gewusst, wo der Franzose ist. Ich wollte
cool bleiben, habe versucht, meinen Lauf runterzubringen. Es ist sich
schön ausgegangen. Ich bin in Alta Badia noch mit 51 gestartet, bin so
zurückgekommen. Ich bin auch nach meiner Verletzung ruhig geblieben,
habe immer weiter gearbeitet …“ so Mölgg
Zurück zum Rennen:
Einen versöhnlichen Ausklang findet die doch durchwachsene Saison für
das erfolgsverwöhnte österreichische Team. Reinfried Herbst kann den
letzten Slalom von Bormio für sich entscheiden und gewinnt mit einer
Gesamtzeit von 1:51,31. „Unglaublich! Es war nicht einfach – besonders
bei der Hitze. Ich hab die Frühlingsgefühle noch nicht durchkommen
lassen. Ich bin in der Slalomwertung auch noch Dritter geworden. Ich
möchte mich bei allen Trainern bedanken. Die Kugel war auch mein Ziel.
Ich hab aber am Saisonanfang noch Probleme gehabt. Ich werde hart daran
arbeiten, dass ich die Kugel auch irgendwann schaffe. Es gibt aber einen
würdigen Sieger!“
Hinter ihm etwas überraschend auf Platz 2 der
Schweizer Daniel Albrecht (+0,32). Albrecht hatte schon zu Saisonstart
in Übersee hervorragende Leistungen gezeigt, dann einen kleinen
Formabfall und nun zeigt der Allrounder doch noch einmal auf. Mit mehr
Konstanz sicher ein zukunftiger Gesamtweltcupanwärter!
Und ein weiterer sensationeller dritter Platz für
den jungen Wilden aus Österreich: Juniorenweltmeister Hirscher besticht
nicht nur sensationeller Technik und Spritzigkeit – er zeigt nach so
kurzer Zeit bereits eine außergewöhnliche Konstanz. „Es ist
unbeschreiblich! Reinfried und ich haben gestern noch gescherzt: Fahren
wir alle zwei aufs Stockerl. Und es ist ech so aufgegangen. Ich hab ein
irrsinnig geiles Gefühl gehabt im zweiten Lauf. Ich hab alles relativ
leicht genommen, weil ich meine Ziele schon längst erreicht habe. Dass
es so ausgeht, ist traumhaft!“
4. wird der Slowene Mitja Dragsic (SLO +0,46), eine
Bestätigung seiner guten Slalomsaison.
Und schon auf Platz 5 finden wir Benjamin Raich, der mit seiner Fahrt im
großen und ganzen zufrieden ist, allerdings zugibt, dass ihm im unteren
Teil einfach langsam „der Saft ausgegangen“ ist – angesichts seines
Weltcupprogramms nicht weiter verwunderlich.
Auf Platz 6 ex aequo der Slalomweltcupsieger Mölgg
und der Franzose Julien Lizerouz, Rückstand +0,65 Sekunden. 8. Giorgio
Rocca (ITA +0,88) der sich immer beständiger wieder vorne im Spitzenfeld
platzieren kann und vielleicht Kraft und Energie aus seinen Vaterfreuden
schöpft, wie sein begeisterter Umgang mit seinem Söhnchen heuer schon
öfter gezeigt hat.
Ein weiterer Top Ten Platz für Bernard Vajdic (SLO
+1,37) als 9. und auch für Marc Berthod (SUI +1,45)
Leider vergibt Felix Neureuther bereits im obersten
Teil seine bisher wahrscheinlich größte Siegeschance, indem es ihn
förmlich aushebelt. Wir hoffen, dass der junge Garmischer in der
nächsten Saison wieder voll angreift, dann kann der oberste
Stockerlplatz nur noch eine Frage der Zeit sein!
Aus dem Austria Skiweltcup
Infopoint: Claudia Egger
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1. Reinfried Herbst AUT 1:51,31
2. Daniel Albrecht SUI 1:51,63
3. Marcel Hirscher AUT 1:51,65
4. Mitja Dragsic SLO 1:51,77
5. Benjamin Raich AUT 1:51,81
6. Manfred Mölgg ITA 1:51,96
. Julien Lizeroux FRA 1:51,96
8. Giorgio Rocca ITA 1:52,19
9. Bernard Vajdic SLO 1:52,68
10. Marc Berthod SUI 1:52,76
Slalomauftakt
der Herren in
Levi
Nach dem Auftakt
zur WM-Saison
2008/09 in
Sölden zieht der
alpine
Ski-Zirkus nach
Finnland weiter,
wo in Levi für
die Ski-Damen
und -Herren am
kommenden
Wochenende
jeweils ein
Slalom auf dem
Programm steht.
Patrick Bechter
sicherte sich
den letzten
freien
Startplatz im
ÖSV-Herren-Team.
Die bereits
davor
nominierten acht
Levi-Fixstarter
waren Reinfried
Herbst, Rainer
Schönfelder,
Mario Matt,
Benjamin Raich,
Marcel Hirscher,
Manfred Pranger,
Alexander Koll
und Wolfgang
Hörl.
Beim
Wettanbieter
bwin ist
Benjamin Raich
der Top-Favorit,
Reinfried
Herbst, Mario
Matt und der
Franzose
Jean-Baptiste
Grange seine
großen
Herausforderer.
ÖSV-Alpinchef
Hans Pum ist
sich sicher:
„Der Sieg in
Levi führt über
uns
Österreicher.“
Denn neben Raich,
Herbst und Matt
sind auch
Schönfelder,
Hirscher und
Pranger für eine
Spitzenleistung
gut.
Die deutschen
Farben vertreten
beim Slalom
Auftakt der
Herren, Felix
Neureuther (SC
Partenkirchen),
Dominik Stehle
(SC
Obermaiselstein)
und Stefan
Kogler (SC
Schliersee).
Der Slalom ist
vor allem die
Disziplin von
Felix Neureuther.
Kaum zu glauben,
was dem
24-Jährigen
während der
langen
Vorbereitung
zugestoßen war:
Nichts. Keine
Verletzung,
keine Blessuren.
Dabei war das
Pech bislang ein
treuer Begleiter
des Deutschen.
Nun hat es ihn
doch noch
erwischt. Beim
Training am
Sonntag im
Mölltal prellte
er sich die
Schulter.
Starten will
Neureuther im
170 Kilometer
über dem
Polarkreis
gelegenen Levi
dennoch. Sein
Saisonziel ist
klar definiert:
Zum ersten Mal
ein Rennen
gewinnen. "Die
Schulter
schmerzt zwar
noch ein
bißchen, aber in
Levi will ich
auf jeden Fall
starten",
äußerte sich
Felix Neureuther
zuversichtlich
zum ersten
Weltcup-Slalom
dieser Saison.
Die Schweizer
Skifahrer, die
das Rennen
bestreiten
werden sind Marc
Berthod, Daniel
Albrecht, Marc
Gini, Sandro
Viletta, Markus
Vogel und Silvan
Zurbriggen.
Das ein Sieg im
Herren Slalom
immer was
besonderes ist
weis auch Hans
Pum: „Wir haben
mannschaftlich
gesehen eine
sehr starke
Truppe.“ Doch
Pum warnt auch
vor der großen
internationalen
Dichte im
Slalom. „Es gibt
mindestens 15
Siegläufer, wenn
nicht sogar
mehr.“
Dazu soll auch
wieder Bode
Miller zählen.
Der US-Boy
bereitet sich in
Norwegen auf
Levi vor und hat
sich einiges
vorgenommen.
„Bode hat heuer
viel Slalom
trainiert und
Ski getestet“,
sagt sein
Schweizer
Betreuer Fritz
Züger. Die
weiteren
Sieganwärter:
Millers
Landsmann Ted
Ligerty, die
Schweden Jens
Byggmark und
Markus Larsson
sowie die
Italiener
Manfred Moelgg
und Giorgio
Rocca.
Günter Hujara,
Renndirektor der
FIS, macht sich
gegen über der
KleinenZeitung.at
zum"Fall
Matthias
Lanzinger" und
etwaige Folgen
Gedanken. Das
Interview wurde
geführt von
Michael Schuen.
Herr Hujara, als
FIS-Renndirektor
sind Sie für
alle Seiten der
Böse, wenn es um
Sicherheit geht.
Sind Sie das
gerne?
Günter Hujara:
Gerne nicht,
aber einer muss
den Job tun. Man
darf Kritik
nicht persönlich
nehmen, und muss
wissen, was man
tut. Sollte ich
das nicht mehr
können und
wollen, bin ich
weg.
Macht Ihnen die
Arbeit in Zeiten
wie diesen Spaß
- überhaupt
jetzt, wo der
Anwalt von
Matthias
Lanzinger Klage
eingebracht hat?
Hujara: Sagen
wir so: Es ist
eine
Herausforderung.
Man wird
Sicherheit nie
gewährleisten
können. Man kann
auch nicht alle
Forderungen auf
einmal in die
Tat umsetzen.
Und zum Fall
Lanzinger: Es
ist legitim,
dass jemand
klagt. Für uns
wird die Frage
interessant
sein, ob die
Athleten-Erklärung,
in der sie
unterschreiben,
die Haftung
selbst zu
tragen,
rechtlich
standhält.
Wobei die
Anschuldigungen
Sie ja gar nicht
wirklich
betreffen.
Hujara: Das
stimmt, das
Gutachten geht
nicht darauf
ein, was auf der
Piste passiert
ist - auch ob
der Hubschrauber
der richtige
war, ist keine
Diskussion. Ob
die medizinische
Erstversorgung
oder der
Transport zuerst
nach Lillehammer
korrekt war -
das liegt nicht
in meinem
Bereich. Aber
ich sehe ein
anderes Problem.
Welches?
Hujara: Wenn es
jetzt als
"Schuldeingeständnis"
gewertet wird,
dass wir
Bestimmungen und
Regeln
verbessern und
überarbeiten,
dann wird es
schwierig. Dann
könnte man ja
jedem zum
Vorwurf machen,
wenn er etwas
kontrolliert -
Sie zum
Beispiel, wenn
Sie ihren Text
korrigieren. Und
ich muss mich
dann immer
fragen: Ist es
ein
Schuldeingeständnis,
wenn ich einen
Sprung
verändere?
Wie gehen Sie
mit solchen
Situationen um?
Hujara: Es ist
in der
Zwischenzeit so,
dass ich mir auf
der Piste jedes
Wort überlegen
muss -
eigentlich
bräuchte ich
dort schon
rechtlichen
Beistand, um
Dinge so zu
formulieren,
dass sie dann
rechtlich
halten. Nicht
nur die Läufer
tragen ein
Risiko, die
Veranstalter,
die
Kampfrichter,
die ihr
Wochenende
opfern, und ich
auch. Man muss
sich einmal
überlegen, dass
da auch Menschen
mit Familie
dahinter stehen.
Aber trotzdem
regt sich jeder
genau über die
Funktionäre auf.
Hujara: Eines
ist interessant:
Schuld sind im
Schisport immer
die anderen,
wenn etwas
passiert.
Irgendwann muss
ich dann das
Rennen in
Kitzbühel
abbrechen, weil
eine Wolke da
ist. Wir müssen
aufpassen, dass
das alles nicht
in einer
Sackgasse endet.
Lanzinger
fordert
Schadenersatz
von FIS
Gut sieben
Monate nach
seinem
tragischen
Unfall verlangt
der
unterschenkelamputierte
Österreicher
Matthias
Lanzinger
Schadensersatz
vom
Internationalen
Skiverband
(FIS). Wie
Lanzingers
Anwalt Manfred
Ainedter
bestätigte, ist
ein Schreiben
mit den
Forderungen des
beim
Super-G-Rennen
in Norwegen
Anfang März
gestürzten
Sportlers an den
FIS-Präsidenten
Gian-Franco
Kasper
unterwegs.
Ein
entsprechendes
Schreiben
richtete
Lanzingers
Anwalt Manfred
Ainedter, am
Montag an
FIS-Präsident
Gian-Franco
Kasper. Basis
für die
finanziellen
Forderungen sind
die
Feststellungen
des von Ainedter
mit einer
Gutachtenerstellung
beauftragten
Münchner
Gefäßchirurgen
Bernd
Steckmeier.
"Die Expertise
belegt schwarz
auf weiß, dass
bei meinem
Mandanten
gepfuscht worden
ist", erklärte
Ainedter.
FIS-Renndirektor
Günter Hujara
konnte keine
Stellung nehmen.
"Mir selbst
liegt nichts vor
und auch im Büro
nicht", sagte
Hujara. Da man
weder Schreiben
noch Gutachten
kenne, könne man
zu der Thematik
nicht viel
sagen. "Es geht
um medizinische
Themen, die
jetzt überprüft
werden", sagte
Hujara
Laut dem 54
Seiten
umfassenden
Gutachten des
Münchner Arztes
Steckmeier soll
es nach
Informationen
der
österreichischen
Nachrichtenagentur
APA bei
Lanzingers Sturz
zu nicht
vertretbaren
Verzögerungen
und anschließend
auch zu einer
mangelhaften
chirurgischen
Versorgung im
Krankenhaus in
Oslo gekommen
sein. Nach dem
Sturz in
Kvetfjell war
Lanzinger
zunächst in das
für die
notwendigen
Operationen
nicht
ausgerüstete
Krankenhaus nach
Lillehammer und
dann erst weiter
in die
Hauptstadt
gebracht worden.
Dort sollen
gemäß des
Gutachtens die
gefäßchirurgischen
Eingriffe nicht
fachgerecht
erfolgt sein.
Ob tatsächlich
die FIS oder
lokale
Veranstalter für
eventuelle
Fehler
geradestehen
müssten, ist
offen. Die FIS
hatte Fehler im
Fall Lanzinger
stets
bestritten.
FIS-Präsident
Gian-Franco
Kasper sagte
über das
Schreiben des
Österreichers:
«Ich habe es
erwartet, vom
ersten Tag an.
Das ist normal
nach einem
schweren
Unfall.» Der
Skiverband
übergab die
Forderung an
Anwalt und
Versicherung und
will nun erst
einmal die
weitere
Entwicklung
abwarten. Wie
lange sich der
Fall ziehen
kann, ist offen.
«Manche Fälle
dauern zwei,
drei Jahre,
manche sind nach
ein paar Monaten
erledigt», sagte
der Präsident am
Verbandssitz in
Oberhofen/Schweiz.
BLICK
ZURÜCK SAISON 2006/07:
Benni Raich gewinnt Weltcupauftakt
in Levi
Marlies Schild hat gestern vorgelegt –
Benni Raich zog heute nach! Wie seine Freundin Marlies triumphiert auch
er beim Saison-Auftakt überlegen mit zwei Mal Laufbestzeit und feierte
seinen 24. Weltcuperfolg.
Der Slalom Olympiasieger siegte vor dem
Schweden Markus Larsson und dem Italiener Giorgio Rocca, der im letzten
Winter die ersten fünf Slaloms in Serie gewonnen hatte. Raich
distanzierte den Zweitplazierten Larson um 0,62 Sekunden.
Benjamin Raich
im Zielraum: „ Mit dem zweiten Lauf war ich sehr zufrieden. Auch wenn
man nicht weiß wo man am Saisonstart steht, war ich nicht nervös. Man
darf den Sieg aber auch nicht überbewerten, da die Weltklasse sehr dicht
beisammen ist.“
Rainer Schönfelder landete als zweitbester ÖSV-Läufer
auf Platz fünf, Manfred Pranger wurde Neunter. Einen erfreulichen
Weltcupeinstand feierte der Tiroler Romed Baumann auf einem tollen 14.
Platz.
Für die größte Überraschung sorgte jedoch der junge Schwede Jens Byggmark, er verbessert sich mit der zweitbesten Laufzeit im
Finaldurchgang noch auf Rang sechs.
Die Läufer des DSV erwischten einen
mäßigen zweiten Lauf. Felix Neureuther viel von Rang 13 auf Platz 18
zurück, Alois Vogl rutschte gar von Platz 7 auf Rang 21 ab.
Einen
Achtungserfolg erzielte der Schweizer Silvan Zurbriggen (10.), der sich
mit der Startnummer 29 über den 15. Platz im ersten Lauf in die Top-Ten
vorkämpfte. So gut war der Walliser den ganzen letzten Winter im Slalom
nur einmal klassiert gewesen, ebenfalls beim Eröffnungsrennen als 10. in
Beaver Creek (USA). Das war zugleich das beste Schweizer Resultat des
ganzen Winters gewesen. Den übrigen Schweizern war wenig Glück
beschieden. Marc Berthod überzeugte zwar im 1. Lauf mit einem 16. Rang
mit der Startnummer 49, schied dann aber aus. Und Daniel Albrecht hatte
das Pech, als 31. den zweiten Lauf um eine Hundertstelsekunde zu
verpassen.
Eine Zeitlang durfte sich Albrecht noch Hoffnungen machen,
weil der drittklassierte Markus Larsson ein Tor ausgelassen zu haben
schien. Die Jury konnte ihm aber keinen Torfehler nachweisen.
Die beiden
US-Amerikaner Bode Miller und Ted Ligety konnten sich nicht für den
zweiten Lauf qualifizieren. Der Ski-Zirkus übersiedelt nun nach Übersee
- wo die Herren ab 25.11. in Lake Louise die ersten Speed-Rennen
bestreiten.