Der Weltcup-Slalom der Herren am
Sonntag in Val d'Isere ist aus Sicherheitsgründen abgesagt worden.
Heftige Windböen und Schneeverwehungen machten eine Austragung der
WM-Generalprobe im Torlauf unmöglich.
Die alpinen Ski-Herren reisen nun am
Dienstag nach Gröden, wo eine Abfahrt und ein Super-G stattfinden, vor
Weihnachten folgt weiters noch ein Riesentorlauf in Alta Badia.
Der Slalom wird voraussichtlich am
Montag, den 22. Dezember, in Alta Badia nachgetragen. Das sagte
ÖSV-Herren-Cheftrainer Toni Giger am Sonntag nach der
Teamführer-Besprechung. Er erwartet sich, dass diese vorläufige
Entscheidung beim Team-Captains-Meeting in Gröden bestätigt wird.
Das letzte
Rennen - Slalom Weltcupfinale der Herren in Bormio
Sieg für Grange in Levi!
Jean-Baptiste Grange siegt mit einer
Machtdemonstration in Levi! In einer Gesamtzeit von 1:44,49 und 0,79
Sekunden Vorsprung auf einen kaum wieder zu erkennenden Bode Miller,
legt Grange zu Beginn der neuen Saison die Slalomlatte für die
Konkurrenz sehr hoch. Grange: „Ich habe über den Sommer sehr hart
gearbeitet, habe auch am Material viel gearbeitet. Und es hat sich
ausgezahlt. … Der große Vorsprung ist eine große Überraschung, weil ich
im oberen Teil einen schweren Fehler hatte.“
Bode Miller überrascht mit einem
„intelligenten“ Ritt auf dem vom Vater Kostelic schwierig gesetzten
Kurs, der viele Ausfälle fordert. Doch Miller verspricht noch mehr: „Es
fühlt sich für mich nicht an wie eine Explosion. Es waren einige Fehler
dabei, vor allem im ersten Durchgang. Wenn ich mein bestes Skifahren
zeige, dann geht es noch besser. Der Druck ist noch unterhalb der Tore,
nicht oberhalb. Da ist noch einiges drin und das ist positiv für mich.“
Nach den frühen Ausfällen von Benjamin
Raich und Reinfried Herbst liegt es an Mario Matt, die Ehre der
Österreicher mit Platz 3 (+ 0,93) aufrecht zu halten. Einigermaßen
zufrieden meint er nach dem Rennen: „Das Tor oben war schon ein bisserl
eigenartig. Ich hab mir das auch etwas leichter vorgestellt. Gott sei
Dank ist es bei mir gut ausgegangen. Ich war schon im Training sehr
schnell, hatte aber im ersten Durchgang auf den eisigen Stellen einige
Probleme.“
Ein Traumcomeback feiert der einzige
Schweizer des zweiten Durchganges. Silvan Zurbriggen. Er geht mit Platz
21 aus dem ersten Lauf ins Rennen und katapultiert sich mit Laufbestzeit
im zweiten Durchgang auf Platz 4 – nur 13 Hundertstel fehlen ihm auf das
Stockerl!
Ivica Kostelic (CRO, +1,08) schafft
die vorgenommene Aufholjagd auf dem Kurs seines Trainervaters nicht und
muss sich mit dem guten 5. Rang begnügen. Hinter ihm endlich wieder 2
Schweden in den Top Ten: auf den Plätzen 6 und 7 Andre Myhrer (+1,10)
und Mattias Hargin (+1,32).
Steve Missillier (+1,33) wird als
zweitbester Franzose 8., während Landsmann Julien Lizeroux nach
durchwachsener Fahrt auf Platz 15 zurück rutscht – Rückstand 2,03
Sekunden.
Als 22. nach dem ersten Durchgang
schafft Mitja Dragsic den Sprung in die Top Ten und wird mit 1,67
Sekunden Rückstand 9.
Die besten 10 komplettiert der
Vorarlberger Patrick Bechter (+1,46). Er musste in der Vorwoche im
starken österreichischen Slalomteam noch interne Qualifikation fahren,
um überhaupt nach Levi mitgenommen zu werden. Trotz den schmerzhafen
Ausfällen von Raich und Herbst, dürfen die Österreicher auf ein gutes
Mannschaftsergebnis mit Manfred Pranger auf Platz 11 und Wolfgang Hörl
auf Platz 13 blicken. Natürlich hätte man gerade von Leuten wie Raich
und Herbst, aber auch vom jungen Marcel Hirscher, der die Qualifikation
für den zweiten Durchgang nicht geschafft hat, mehr erwartet. Doch der
heutige Lauf und vor allem die extrem knappen Zeitabstände nach dem
ersten Durchgang verlangten heute vollen Angriff. Nicht nur um einen
Spitzenplatz zu ergattern – vor allem auch, um nicht nach hinten
durchgereicht zu werden. Alles oder nichts hieß das Prinzip und dies
ging für viele Läufer nicht auf, wie die hohe Ausfallquote beweist.
Schon fast kurios: wir finden keinen Italiener im Endclassement!
Höchst erfreulich jedoch das Ergebnis
aus deutscher Sicht: hatte man nach dem ersten Durchgang noch den quasi
Ausfall von Felix Neureuther (hatte nach einem Steher keine Chance mehr
auf den zweiten Durchgang) zu betrauern, darf man sich über den guten
16. Platz von Stefan Kogler und den 19. Platz von Dominik Stehle freuen.
Hoffentlich 2 Versprechen für die Zukunft – die WM in Garmisch 2011
naht!
Nun übersiedelt der Weltcuptross nach
Amerika, wo uns sicher wieder spannende Rennen erwarten!
Aus dem
Skiweltcup
Infopoint
Austria: C.
Egger
Noch mehr Informationen
finden Sie im
Skiweltcup-Forum
1. Jean-Baptiste Grange FRA 1:44,49
2. Bode Miller USA 1:45,28
3. Mario Matt AUT 1:45,42
4. Silvan Zurbriggen SUI 1:45,55
5. Ivica Kostelic CRO 1:45,57
6. Andre Myhrer SWE 1:45,59
7. Mattias Hargin SWE 1:45,81
8. Steve Missilier FRA 1:45,82
9. Mitja Valencic SLO 1:45,83
10. Patrick Bechter AUT 1:45,95
Dominik Stehle: "Ich schaue immer von
Rennen zu Rennen"
Skiweltcup.info:
Hallo
Dominik, beim letzten Weltcup Slalom in Levi hast Du Alle mit Platz 19
überrascht. Wie sind deine Erwartungen für den Slalom in Val d’Isere ?
Dominik Stehle: Das Rennen in
Levi hat mich selbst auch ein wenig überrascht. Natürlich habe ich
gewusst dass ich schnell Skifahren kann. Aber bei einem solchen Rennen
muss einfach alles passen - vor allem im ersten Durchgang. Denn mit
Startnummer 68 hat man nicht immer die Möglichkeit sich unter die ersten
30 zu fahren. Die Pistenverhältnisse in Levi waren sensationell. Hält
die Piste hier in Val d'Isere genauso gut, dann ist mit einem guten Lauf
wieder alles drin.
Skiweltcup.info:
Hier in Val
d’Isere steht in ein paar Wochen die Ski Weltmeisterschaft 2009 auf dem
Programm. Hat dich das WM Fieber schon gepackt ? Wie siehst Du deine
Chancen dabei zusein ?
Dominik Stehle: Nein, das WM
Fieber hat mich noch nicht gepackt, denn ich schaue immer von Rennen zu
Rennen. Bis dahin sind noch viele wichtige Wettkämpfe. Aber es wäre
natürlich ein Traum bei der WM starten zu dürfen. Wenn die Leistung
stimmt, stehen die Chancen gut. Aber das liegt jetzt an mir.
Skiweltcup.info:
Wie schaut
dein Programm für die nächsten Wochen aus ? Stehen neben den
Weltcupslaloms auch Europacuprennen auf dem Programm ?
Dominik Stehle: Wir fahren
direkt nach dem Slalom in Val d'Isere heim. Montag und Dienstag steht
ein Konditionstraining auf dem Programm. Danach werden wir uns am
Oberjoch auf die kommenden Europacup Slaloms vorbereiten. In Obereggen &
Pozza di Fassa gilt es dann Europacup Punkte zu sammeln.
Skiweltcup.info:
Dein Vater
Peter Stehle war WM Teilnehmer 1978 in Garmisch Partenkirchen.33 Jahre
später findet 2011 wieder eine WM in Garmisch Partenkirchen statt. Du
bist dann 25 Jahre und im besten Alter für einen Slalomfahrer. Sind die
langfristigen Planungen bereits auf dieses Fernziel ausgerichtet ?
Dominik Stehle: Eine
Weltmeisterschaft im eigenen Land ist etwas ganz besonderes. Die WM in
Garmisch motiviert mich außerordentlich. Ich werde alles daran setzen,
dort dabei zu sein. Langfristige Planungen sind auf jeden Fall auf
dieses Ziel ausgerichtet.
Skiweltcup.info:
Wie ist der
Zusammenhalt im neuen deutschen Slalomteam. Unternehmt ihr in euerer
Freizeit auch mal was gemeinsam (Felix Neureuther, Stefan Kogler und Du)
?
Dominik Stehle: Wir wohnen etwas weit voneinander weg. In der
Trainings- und Rennfreien Phase ist jeder Zuhause und versucht sich zu
entspannen. Bei uns im Team ist aber eine super Stimmung, wir verstehen
uns alle sehr gut. Wenn wir unterwegs sind haben wir neben dem Training
viel Spaß. Das gehört dazu & hilft uns abzuschalten, damit wir beim
Training & bei den Rennen immer wieder mit voller Konzentration bei der
Sache sind. Skifahren ist zwar ein Einzelsport, aber eine gute Stimmung
untereinander hilft jedem.
Skiweltcup.info:
Wie
verbringst Du ansonsten deine Freizeit – welche Hobbys hast Du und wie
kannst Du am besten entspannen ?
Dominik Stehle: Ich bin in
meiner Freizeit bei mir daheim im Allgäu. Im Winter ist die Freizeit
eher knapp. Aber am besten entspannen kann ich daheim bei meiner
Familie, meiner Freundin & meinen Freunden. Neben dem Sport habe ich im
März ein Studium an der Fachhochschule Ansbach aufgenommen. Das
bezeichne ich zwar nicht als mein Hobby, aber es verkürzt mir natürlich
die Freizeit
Nach seinem Sieg in der
Super-Kombination von Val d'Isere hat Benjamin Raich am Samstag mit dem
Ausfall im Riesentorlauf die theoretische Chance auf die Führung im
Gesamtweltcup vergeben, der Pitztaler will aber am Sonntag im Slalom
wieder voll angreifen.
"Das war ein Fahrfehler heute, das
kann mal passieren. Jetzt will ich noch etwas Slalom trainieren und
schauen, dass ich für morgen das richtige Gefühl bekomme", sagte der
30-Jährige.
Der Tiroler verletzte sich bei seinem Sturz leicht am Schienbein (Tibia)
und am Wadenbein (Fibula). "Das Wadenbeinköpfchen hat auch etwas
abbekommen, aber das ist für den Slalom kein Problem. Ich spüre es am
Start und im Ziel, aber nicht im Rennen", so Raich.
Sturz und Verletzung konnten Raich aber nicht verunsichern, verfügt er
nach den Siegen im Beaver-Creek-Riesentorlauf und der Kombi im
französischen WM-Ort doch über großes Selbstvertrauen.
"Ich war von Saisonbeginn an in guter Form, aber es ist eng an der
Spitze, es ist nicht immer möglich, auf dem Podest zu sein", erklärte
der Gewinner von 32 Weltcup-Bewerben. Außerdem müsse man, wenn es nicht
so laufe, dauernd schwierige Fragen beantworten, wenn der Erfolg da sei,
könne man sich hingegen aufs Skifahren konzentrieren und brauche nicht
zu viel nachzudenken.
Die Abfahrt in Gröden wird Raich auslassen und sich vor der
Weihnachtspause auf den Super-G in Gröden und Riesentorlauf in Alta
Badia konzentrieren.
Mario Matt, der den RTL am Samstag verpatzte und sich nicht für den
zweiten Lauf qualifizierte, will noch nicht daran denken, dass er am
Sonntag auf jenem Hang fahren wird, auf dem er sich im kommenden Februar
zum dritten Mal den Slalom-Weltmeistertitel holen könnte.
"Das ist noch zu weit weg, damit beschäftige ich mich noch nicht. Das
ist kein leichter Hang, aber es ist ein schöner, und es wird auch darauf
ankommen, wie gesetzt wird", so der 29-Jährige, der seinen bisher
letzten Weltcup-Sieg am 17. Februar in Zagreb gefeiert hatte.
Bescheiden klingt das Ziel von Technikspezialist Marcel Hirscher, der
ohne Speed-Training in der Super-Kombination Dritter geworden war.
"Ich bin schon zufrieden, wenn ich mich qualifiziere. Nach dem
Saisonstart in Levi, der nicht unbedingt erfolgreich war, und nach dem
harten Training, das wir forciert haben, ist es umso schöner, dass es im
Slalom so gut funktioniert hat", erklärte er nach der Kombination, in
der er die drittbeste Slalomzeit markiert hatte.
Den Hang hat der 19-Jährige, der im vergangenen Winter zwei dritte
Slalomplätze einfuhr, sofort in sein Herz geschlossen. "Viele
Geländeübergänge, so soll ein Slalom sein. Selektiv und wechselhafte
Pistenbedingungen."
"Es ist ein Berg, auf dem man kämpfen muss, anders ist es unmöglich, da
runterzukommen. Wenn du zu hart pusht, bist du draußen. Jede Disziplin
ist hier steil und hart. Auch der Slalom", weiß Raich.
BLICK
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Seit der Saison 1992/93 wurde kein Slalom mehr in Val d'Isere
ausgetragen !
Damals siegte der Schwede Thomas
Fogdoe vor den beiden Österreichern Thomas Sykora und Hubert Strolz.
Armin Bittner aus Deutschland wurde Vierter und Oliver Künzi aus der
Schweiz Fünfter.