Walchhofer Abfahrtsweltmeister 2003 !

Der Abfahrtsweltmeister 2003 heißt Michael Walchhofer und kommt aus Österreich. Silber gewinnt der Norweger Kjetil Andre Aamodt und die Bronzemedaille geht an Bruno Kernen aus der Schweiz. Auf den Rängen 4 bis 10 folgten: Didier Cuche (SUI), Stephan Eberharter (AUT), Erik Guay (CAN), Ambrosi Hoffmann (SUI), Antoine Deneriaz (FRA), Hermann Maier (AUT) und Fritz Strobl (AUT)
Walchhofer: "Es war wirklich eine gute Fahrt. Viele haben nicht mit mir gerechnet. Die Trainer haben aber an mich geglaubt. Das Material hat heute auch gepasst. Im Mittelteil bin ich dann weit hineingesprungen, da hab ich mir gedacht: Ich bin wahrscheinlich schnell. Und so war's dann auch.Wie ich dann über den Zielsprung drüber bin, hab ich mir gedacht: Es war eine gute Fahrt - vielleicht bin ich auf dem Weg zum WM-Titel. Und so war's dann. Der Rummel um Maier und Eberharter war sicher ein Vorteil für mich."
Bruno Kernen: "Es ist die erste Medaille für die Schweiz, dass ist natürlich großartig. Walchhofer ist ein würdiger Weltmeister, und auch Aamodt steht verdient am Stockerl. Ich bin aber sehr zufrieden mit meiner Bronzenen. Im unteren Teil hatte ich keine optimale Fahrt - da wusste ich: Wenn einer oben schnell unterwegs ist, wackelt meine Zeit".


Silber: Kjetil Andre Aamodt 

Bronze: Bruno Kernen

Platz 4: Didier Cuche

Platz 5: Stephan Eberharter

Rang Name Zeit
1 Michael Walchhofer (AUT) 1:43:54
2 Kjetil Andre Aamodt (NOR) 1:44:05
3 Bruno Kernen (SUI) 1:44:51
4 Didier Cuche (SUI) 1:44:67
5 Stephan Eberharter (AUT) 1:44:68
6 Erik Guay (CAN) 1:44:70
7 Ambrosi Hoffmann (SUI) 1:44:73
8 Antoine Deneriaz (FRA) 1:44:76
9 Hermann Maier (AUT) 1:44:76
10 Fritz Strobl (AUT) 1:44:78
11 Kristian Ghedina (ITA) 1:45:22
12 Jakub Fiala (USA) 1:45:36
13 Sebastien Fournier (FRA) 1:45:48
14 Pierre-Emmanuel Dalcin (FRA) 1:45:62
15 Bode Miller (USA) 1:45:78
16 Bjarne Solbakken (NOR) 1:45:80
17 Marco Büchel (LIE) 1:45:92
18 Kurt Sulzenbacher (ITA) 1:45:94
19 Peter Fill (ITA) 1:46:02
20 Primoz Skerbinek (SLO) 1:46:07
21 Aksel Lund Svindal (NOR) 1:46:10
22 Nicolas Burtin (FRA) 1:46:11
23 Marco Sullivan (USA) 1:46:18
24 Franco Cavegn (SUI) 1:46:30
25 Erik Seletto (ITA) 1:46:39
26 Gregor Sparovec (SLO) 1:46:53
27 Andrej Jerman (SLO) 1:46:60
28 Vincent Lavoie (CAN) 1:46:75
29 Peter Pen (SLO) 1:46:79
30 Hannes Trinkl (AUT) 1:46:93
31 Craig Branch (AUS) 1:47:16
32 Finlay Mickel (GBR) 1:47:36
33 Stefan Stankalla (GER) 1:47:42
34 Pavel Chestakov (RUS) 1:47:80
35 Sergeij Komarov (RUS) 1:47:91
36 Ondrej Bank (CZE) 1:48:50
37 Borek Zakouril (CZE) 1:48:96
38 Ivan Grebentscharski (BUL) 1:50:08
39 Martin Vrablik (CZE) 1:50:43
40 Ivan Heimschild (SVK) 1:50:56
41 Maui Gayme (CHI) 1:50:57
42 Johan Schreurs (BEL) 1:51:61
43 Peter Lubellan (SVK) 1:51:96
44 Nikolay Skriabin (UKR) 1:53:37
45 Alexander Heath (RSA) 1:55:45
46 Daron Rahlves (USA) DNF
47 Jeff Hume (CAN) DNF
48 Max Rauffer (GER) DNF

Der "ewige Zweite" Michael Walchhofer fuhr allen davon
DIE Medaille - Bruno Kernen brach den Bann

Der "ewige Zweite" Michael Walchofer wurde vor 38000 Zuschauern in St. Moritz überlegen Abfahrtsweltmeister vor Kjetil André Aamodt. Bruno Kernen errang als dritter die erste Schweizer Medaille dieser WM und erlöste damit die nationale Skiwelt.

Mit den Rängen 3 (Kernen), 4 (Didier Cuche) und 7 (Ambrosi Hoffmann) gelang den Schweizer Abfahrern ein hervorragendes WM-Ergebnis, und trotzdem hing die Medaille an einem seidenen Faden. Nach den ersten 30 Fahrern, nach denen normalerweise ein Rennen zu Ende ist, hatten die Schweizer durch Kernen und Cuche noch eine Doppelführung - vor dem geschlagenen Top-Favoriten Eberharter!

Noch standen aber die beiden Norweger Aamodt und Kjus und die beiden Österreicher Walchhofer und Maier oben, die alle im Training ein Tor verpasst hatten und deshalb mit den Nummern 31 bis 34 starten mussten. Der vermeintliche Nachteil erwies sich als
Vorteil: Der Wind im oberen Teil begann zu drehen und wehte von hinten. Das ermöglichte Walchhofer und Aamodt Fabelzeiten, 0,97 und 0,46 schneller als Kernen, aber glücklicherweise packten Maier (8.) und Kjus (13.) die Chance nicht - Bronze war perfekt. Und mit Cuche war wie schon im Super-G (Hoffmann) ein Schweizer Vierter, 0,16 hinter Bronze.

Wieder ein Deutscher Spielverderber...

Nach Gold und Silber bei den WM 1997 in Sestriere komplettierte Kernen seinen Medaillensatz. Seither hat kein Abfahrer mehr eine Medaille gewonnen - mit Karl Frehsner kehrte der Erfolg zurück. 2001 in St. Anton schnappte der Deutsche Florian Eckert Silvano Beltrametti die Medaille weg, diesmal passierte fast dasselbe: Max Rauffer (mit Nr. 38) war bis halber Distanz 23 Hundertstel schneller als Kernen, stürzte aber beim Mauer-Sprung.

"Sonderlich nervös geworden bin ich nicht mehr", gestand Kernen, der eine ausgeglichene Fahrt gezeigt hatte und lediglich im Finish noch ein paar Hundertstel preisgab. "Wenn man beharrlich sein Ziel verfolgt, kann man sehr viel erreichen", freute sich Kernen, der im Training (und auch in der Kombi-Abfahrt) keinen unwiderstehlichen Eindruck hinterlassen hatte. "Doch", so Kernen, "habe ich gespürt, dass ich mich von Tag zu Tag steigerte."

Kompakte Schweizer Bilanz - wie zuletzt 1991

Didier Cuche erzielte, abgesehen von seinem 2. Platz im Kitzbüheler "Sprint", das beste Abfahrtsergebnis dieses Winter, der grosse Coup blieb ihm aber ein weiteres Mal vergönnt. "Der 4. Rang ist kein schöner Rang", meinte der Neuenburger. "Als ich im Ziel war, habe ich gehofft, das meine Fahrt zu einer Medaille reicht." Immerhin war Cuche der Beste in einem Pulk von sieben Fahrern bis Platz 10, die nur durch 21 Hundertstel getrennt waren. Dazu gehörte auch Ambrosi Hoffmann, der Geheimfavorit, den 22 Hunderstel von Bronze trennten. "Ich hatte eine gute Fahrt, aber ein paar andere waren schneller", meinte Hoffmann, "damit muss ich fertig werden. Auf dem Podest gibt es halt nur Platz für drei."

Mit drei Fahrern unter den ersten sieben erreichten die Schweizer Abfahrer die kompakteste Bilanz seit 1991. Zwar gab es 1993 (Urs Lehmann) und 1997 (Bruno Kernen) einen Weltmeister, doch waren höchstens einer oder zwei Schweizer in den Top Ten klassiert. Nur 1991 kamen drei unter die ersten acht: Heinzer als Weltmeister, Mahrer als Dritter und Besse (8.) - das war das letzte Jahr von Karl Frehsner.

Das Skirennen des Jahres - ÖSV auf Goldkurs !


Unternehmen - Zweites Gold

Am heutigen Samstag um 12.00 Uhr geht das Skirennen des Jahres, in St. Moritz bei der WM 2003 über die Bühne. Adrienalin pur bereits am Start im "Freien Fall" - Spannung pur bei den Rennläufern und Zuschauern auf der Piste, an der Strecke und vor dem TV-Gerät. Wer gewinnt die Königsdisziplin bei den Herren ? Eberharter der beständigste Abfahrer der Saison, Hermann Maier der Rückkehrer der Saison, Hannes Trinkl der Weltmeister oder gar ein "Nicht Österreicher" ? Aktuell heißt der "König von St. Moritz" Stephan Eberharter - 6 Rennen in Moritz - 6 Siege - und mit dem Titel des Super G Weltmeister steht er selbstbewusst und locker auf dem Ski. Wie locker Hermann Maier das Hickhack um seine Nominierung weggesteckt hat muss er morgen unter Beweis stellen. König oder Loser - zehntel oder gar hunderstel werden am Samstag - "High noon" - die Entscheidung bringen.

Eberharter Stephan (AUT)

Maier Hermann (AUT)
Hoffmann Ambrosi (SUI)
Strobl Fritz (AUT)

Miller Bode (USA)
Kernen Bruno (SUI)
Kjus Lasse (NOR)
Aamodt Kjetil-Andre (NOR)
Walchhofer Michael (AUT)
Rahlves Daron (USA)
Cuche Didier (SUI)

StartNr. Namen Land
1. Borek Zakouril CZE
2. Ondrej Bank CZE
3. Peter Fill ITA
4. Craig Branch AUS
5. Pawel Tschestakow RUS
6. Peter Pen SLO
7. Hannes Trinkl AUT
8. Vincent Lavoie CAN
9. Stefan Stankalla GER
10. Jakub Fiala USA
11. Aksel Lund Svindal NOR
12. Pierre-Emmanuel Dalcin FRA
13. Gregor Sparovec SLO
14. Andrej Jerman SLO
15. Daron Rahlves USA
16. Antoine Deneriaz FRA
17. Franco Cavegn SUI
18. Bode Miller USA
19. Bjarne Solbakken NOR
20. Primoz Skerbinek SLO
21. Erik Seletto ITA
22. Bruno Kernen SUI
23. Jeff Hume CAN
24. Stephan Eberharter AUT
25. Marco Büchel LIE
26. Fritz Strobl AUT
27. Ambrosi Hoffman SUI
28. Erik Guay CAN
29. Kristian Ghedina ITA
30. Didier Cuche SUI
31. Michael Walchhofer AUT
32. Kjetil Andre Aamodt NOR
33. Hermann Maier AUT
34. Lasse Kjus NOR
35. Kurt Sulzenbacher ITA
36. Marco Sullivan USA
37. Sebastien Fournier-Bidoz FRA
38. Nicolas Burtin FRA
39. Max Rauffer GER
40. Finlay Mickel GBR
41. Sergeij Komarow RUS
42. Maui Gayme CHI
43. Ivan Heimschild SVK
44. Martin Vrablik CZE
45. Ivan Grebentscharski BUL
46. Nikolai Skrijabin UKR
47. Peter Lubellan SVK
48. Johan Schreurs BEL
49. Alexander Heath RSA

Eberharter-Hoffmann - das Duell der beiden Hausherren

Die WM-Abfahrt 2003 spitzt sich auf ein Duell zwischen Stephan Eberharter und Ambrosi Hoffmann, der beiden Hausherren auf Corviglia, zu. Beide fühlen sich auf diesem Hang extrem wohl - aber nur einer kann gewinnen.

Vom Palmarès her besteht zwischen den beiden WM-Topfavoriten noch ein grosser Unterschied: Eberharter ist bereits dreifacher Weltmeister und Olympiasieger sowie 22-facher Weltcupsieger, Hoffmann wartet immer noch auf seinen ersten Weltcup-Triumph. Aber wenns um die Rennen auf Corviglia geht, kann auch Hoffmann ganz gut mithalten.

Der Davoser startete 2001 in St. Moritz seine zweite Karriere mit drei Europacup-Siegen in Serie, nachdem er in diesen Wettbewerb zurückgekehrt war, um sich technisch zu verbessern und neuen Anlauf zu holen. Ähnlich erging es Eberharter, dem Doppelweltmeister von 1991, der 1997 in St. Moritz - ebenfalls bei seinem zweiten Weltcup-Anlauf - eine Europacupsieg-Triplette feierte. Eberharter gewann im letzten Winter, unmittelbar vor Salt Lake City, auch die beiden WM-Hauptproben auf Corviglia und ist auf den Pisten von Corviglia noch ungeschlagen. Ein einziges Mal musste er hier einen Sieg teilen - im Europacup 1997 mit 'Amba' Hoffmann.

Hoffmann: "Ich lebe in meiner Welt"

Vor allem auf Hoffmann dürfte der Leistungs- und Erwartungsdruck erheblich stärker lasten als auf dem erfahrenen, bald 34-jährigen Eberharter, der nach eigenen Aussagen in St. Moritz wohl seine letzte WM bestreitet. Doch auch damit wird der "Gemütsmensch" Hoffman(Eigeneinschätzung) locker fertig: "Was die Öffentlichkeit und die Medien erwarten, nehme ich nicht wahr. Ich lebe in meiner Welt."

Bernhard Russi nennt ein Dutzend Favoriten, die heute Samstag Weltmeister werden können. Da auch das Wetter (es ist kalt, schön, aber nicht wolkenlos) keine besonderen Probleme bieten sollte, ist ein faires Rennen zu erwarten. "Von der Nummer 1 bis 40 können alle gewinnen", sagt Franco Cavegn. Bruno Kernen ist der Meinung, dass für einen Medaillengewinn Glück nötig ist, "und für uns Schweizer vielleicht noch ein bisschen mehr Glück als für andere".

Voll auf Göttin Fortuna verlässt sich der Liechtensteiner Marco Büchel, der eigentlich die Abfahrt nicht bestreiten wollte. "In den Reiseprospekten steht jeweils: Bali für Kurzentschlossene", albert Büchel, "jetzt wählte ich die Destination 'St. Moritz für Kurentschlossene'. Man weiss ja nie, wann es eine Lotterie gibt - dann fällt vielleicht auch einmal das grosse Los auf mich." Mit einem 5. Trainingsrang bewies er, dass er nicht allein nur aufs Glück bauen will.

Weltmeister aus Österreich und der Schweiz

Zum Kreis der Favoriten zählen auch die Amerikaner Bode Miller (der offenbar die Abfahrt doch bestreiten will) und Daron Rahlves, die Norweger Kjus und Aamodt, der Franzose Antoine Dénériaz und neuerdings auch wieder der Italiener Kristian Ghedina. Doch alles andere als ein Weltmeister aus Österreich oder der Schweiz wäre eine Überraschung.

Seit der Sommer-WM 1966 im chilenischen Portillo, als der französische Superstar Jean-Claude Killy gewann, kamen mit einer Ausnahme alle Goldmedaillengewinner aus diesen beiden klassischen Alpinländern. Sieben Mal siegte ein Schweizer, acht Mal ein Österreicher. Nur 1989 funkte der Deutsche Hansjörg Tauscher dazwischen, als er vier Schweizer auf die Plätze 2 bis 5 verwies. Ein verärgerter Karl Frehsner meinte damals: "Das ist, wie wenn ein Jäger einen Hirsch fünf Meter vor sich sieht - und daneben schiesst".

Heute Samstag gegen 14.00 Uhr wird man wissen, wer das Visier richtig eingestellt hat. Da die Besten in Zwei-Minuten-Abständen starten (Beginn 12.30 Uhr) und mit Maier, Walchhofer, Aamodt und Kjus vier Favoriten mit 30er-Nummern starten, wird gegen anderthalb Stunden lang Hochspannung herrschen.

Hier finden Sie Informationen zur Saison 2001/02
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